CASITA 2 IN POPAYAN: BERICHT ÜBER DAS QUARTAL JULI, AUGUST UND SEPTEMBER 2018

„Seit wir ganz klein waren, kommen wir schon in unser Zuhause, das „Casita 2“, und hier haben wir den Wert der Solidarität gelernt und das Zusammensein. Jetzt sind wir so weit, daß wir das an die Menschen in unserer Umgebung weitergeben können.“


Die Familien um das Casita herum haben verschiedene Bedürfnisse und Nöte. Eine der wichtigsten ist das Fehlen einer guten Arbeitsmöglichkeit. Dies führt zu vielen weiteren Nöten, wie, den Kindern nicht genug zu essen geben zu können, keine angemessene Kleidung, keinen angemessenen Ort zum Wohnen, so daß sie in Hütten leben müssen, die von unzähligen sozialen Problemen umgeben sind. Dazu gehören die Drogen, Jugendbanden, Überfälle, usw. Aus all diesen Gründen kommen die Eltern ins Casita und bitten um Unterstützung, damit wir ihnen ihre Kinder mit Liebe und Zuwendung behüten, betreuen und ernähren.
Viele unserer Kinder kamen, als sie klein waren ins Casita und sind bei uns herangewachsen. Mit Liebe haben sie das Zusammensein gelernt, Sozialverhalten und alle ihre Kameraden liebevoll zu behandeln. Dadurch können sie am Ende von dem Vielen, das sie in der Kinderhilfe empfangen haben, weitergeben an andere Kinder und Menschen mit anderen Bedürfnissen als die ihren, die aber nicht weniger wichtig sind.

Deshalb möchten wie in diesem Quartal die Arbeit hervorheben, die wir in der Kinderhilfe wieder aufgenommen haben mit unseren Kindern, indem wir sowohl die Einrichtung für geistig behinderte Kinder FEDAR besuchen, als auch das Altenheim SAN VICENTE DE PAUL, wo wir verschiedene Dinge gemeinsam machen. Diese Aufgaben verlangen viel Einsatz und Unterstützung der anderen Mitarbeiterinnen, damit wir unseren Kindern eine andere Seite der Gesellschaft zeigen können, wo alte Menschen und behinderte Kinder viele bereichernde Erfahrungen vermitteln können. Dadurch wachsen unsere Kinder in diesem Bewusstsein heran und erfahren, wie wertvoll es ist zu geben und nicht nur zu empfangen.
Im Juli haben wir die Schulferien der Kinder genutzt und einen Besuch in der Einrichtung FEDAR gemacht mit den Kindern der beiden Niederlassungen in Popayan. Aus dem Casita nahmen 17 Kinder daran teil aus dem Patenschaftsprogramm, der Gruppe Hoffnung und der Sondergruppe. Begleitet wurden sie von den Betreuerinnen Sandra Yicel, Nelcy und Nury. Für den Tag war ein Fußballspiel geplant, an dem die Kinder der Kinderhilfe teilnahmen. Bevor es begann, wurde den Kindern erklärt, daß es darum ging, mit den Kindern von Fedar zu spielen, zusammen zu sein und Spaß zu haben. Aber als sie zu spielen begannen, schoß einer der Jungen der Kinderhilfe den Ball und traf eines der Mädchen von Fedar, das hinfiel. Unsere Kinder bekamen einen Schreck, als sie sahen, daß es Verletzungen geben könnte, und von da an begannen sie, ganz vorsichtig und zurückhaltend zu spielen, um die Kinder von Fedar nicht zu verletzen, denn sie empfanden sie als verletzlicher und schwächer. Deshalb gewannen an diesem Tag die Kinder von Fedar das Fußballspiel und hatten mehr Tore, weil unsere Kinder sich nicht trauten, ihnen den Ball fortzunehmen und sie die ganze Zeit in Ruhe spielen ließen.
Bei unseren größeren Kindern aus der Kinderhilfe merkte man die Furcht, sich den Jungen und Mädchen von Fedar zu nähern, während die kleineren Kinder dagegen keine Probleme damit hatten. Sie näherten sich ihnen und spielten mit ihnen, ohne sich irgendwelcher Unterschiede bewußt zu sein. Auch waren unsere Kinder sehr verwundert zu sehen, wie die Jungen und Mädchen von Fedar ihnen ohne Schwierigkeiten ihre Zuneigung zeigten und sie vor allen abküßten, was für sie normal ist. Es ist ja bekannt, daß Kinder, wie sie bei Fedar sind, wegen ihrer verschiedenen besonderen Situationen sich weder fürchten noch schämen, wenn sie ihre Gefühle und Betroffenheit zeigen wollen.
Von der Kinderhilfe brachten wir für die Kinder einen großen Kuchen mit für die Zwischenmahlzeit, und von Fedar wurde allen eine Limonade gereicht.
Nach dem Fußballspiel gingen unsere Kinder zum Mittagessen, das ebenfalls aus den Häusern der Kinderhilfe mitgenommen worden war. Und von Fedar wurde eine Suppe dazu serviert.
Am Nachmittag lernten die Kinder die Einrichtungen von Fedar kennen. Die kleinen gingen in die Tanzgruppe und die großen in die Töpferei. Unsere Kinder waren voller Bewunderung zu sehen, diese Kinder in Fedar so schöne Sachen machen und so viele Begabungen haben. Am meisten bewunderten sie, daß die Kinder mit ganz einfachen Stempeln T-Shirts farbig bedruckten, die sie an andere Leute verkaufen. Unsere Kinder im Casita erklärten, daß sie wieder in diese Einrichtung gehen möchten. Aber sie möchten auch viele dieser Künste, die in Fedar praktiziert werden, erlernen, wie das Töpfern, das Malen und Bedrucken.
Insgesamt war das ein sehr wirkungsvoller Besuch, bei dem wir das Interesse unserer Kinder sahen, mit anderen Kindern zusammen zu kommen, ohne Verschiedenheiten zu sehen und zu schätzen, wie diese Kinder solche Wunder anfertigen und sie andere Dinge lehren können, als die, die sie täglich leben und lernen. 

AKTIVITÄTEN DER SCHULKINDER, PATENKINDER UND SONDERGRUPPE IN DIESEM QUARTAL

In diesen Gruppen geht es weiter mit der Hilfe für andere Kinder bei den Hausaufgaben, wo jenen bei einigen Lernproblemen mit ganz viel Liebe geholfen wird. Dabei können wir uns nachmittags auf die wertvoller Unterstützung der großen Kinder verlassen, wie: Anyeli, Jorge, Nasly und jetzt auch Karen, die sich ihnen anschließen wollte, um den Kleineren bei einfachen Schulaufgaben zu helfen.
Auch können wir dienstags und mittwochs jetzt nachmittags mit der Unterstützung der Betreuerin Yaneth Rocio rechnen und donnerstags mit der Betreuerin Nelcy. Sie helfen mit viel mehr Einsatz und Kenntnissen den großen Kindern der Gruppe, die eine speziellere Hilfe brauchen, weil sie schon in der Sekundarstufe sind.
Vormittags üben wir den Lehrstoff der Schule mit MARIA BALENTINA. Sie ist 6 Jahre alt und geht nicht zur Schule, weil sie zu oft gefehlt hatte, denn ihre Eltern, die schon recht alt sind, haben nie durchgesetzt, daß das Kind seinen Verpflichtungen nachkommt. Mit ihr üben wir Lesen und Schreiben.
SAMUEL ABRAHAM ist 6 Jahre alt, kommt aus Venezuela und hat keinerlei Vorbereitung für den Schulbesuch erfahren. Mit ihm beginnen wir, das Grundlegende zu üben, wie die Grundfarben.
Seit zwei Wochen kommen zwei neue Mädchen in die HAUSAUFGABENHILFE. ANGIE NATALIA ist 9 Jahre alt und geht in die erste Klasse. Das andere Mädchen ist 6 Jahre alt, heißt ALISON TATIANA und geht in die Vorschule. Mit Angie Natalia üben wir Lesen und Schreiben und mit Alison Tatjana die Zahlen von 1 bis 10 und die Vokale.
Wir haben gemerkt, daß mit der Hilfe und Zuwendung, die wir den Kindern dieser OFFENEN GRUPPE geben, diese nach und nach Fortschritte machen konnten. Auch zeigen sie jeden Tag mit großer Freude ihr Interesse daran, im Casita sein zu können und schenken allen, die sie hier liebevoll anleiten, ihr Lächeln und ihre Liebe.

DIE KITA IM CASITA

Jeden Tag bemühen sich die Betreuerinnen, die für die Gruppe der Kita-Kinder zuständig sind darum, ihnen verschiedene Aktivitäten anzubieten, an denen sie Spaß haben, die lehrreich sind und sie motivieren, all diese großartigen Erfahrungen gemeinsam zu machen. Dadurch wird ihre Kindheit eine andere und voller guter Erinnerungen, die ihr Leben positiv bestimmen.
Auch in diesem Quartal wurde hier vieles angeboten, und wir möchten nur ein Thema davon hervorheben, das für die Kinder sehr spannend war: das Thema „Berufe und Betätigungen“. Damit sollten die Kinder für die Bedeutung des Lernens und der Schule sensibilisiert werden, mit denen sie später die Möglichkeiten eines anderen Lebens würden haben können. Besonders wurde auf den Beruf der Polizisten eingegangen, in der Absicht, jenes Bild davon aus der Vorstellung der Kinder zu löschen, daß sie nur ihre Waffen benutzen, um anderen Menschen Schaden zuzufügen. Wir erklärten ihnen vielmehr, daß zu ihrer Arbeit auch gehörte, anderen zu helfen, wie zum Beispiel, alten Leuten zu helfen, die Straße zu überqueren, zu pfeifen, um die Autos anzuhalten, damit die Leute vorbeigehen können. Auch veranstalten sie Kinderfeste, usw.
So wurden auch andere Tätigkeiten vorgestellt, die ebenfalls wichtig sind, wie die Berufe und die ein Teil unserer Gesellschaft bilden. Diesmal stellten die Betreuerinnen Bäcker dar, und eine von ihnen verkleidete sich als Bäcker, um erklären zu können, wie die Uniform aussieht, die diese Leute für die Arbeit tragen. Für alle gab es eine kleine Probe der Leckereien, die in einer Bäckerei hergestellt werden, wie Kekse, Käsekuchen, Schmalzgebäck, unter anderen. Bei anderen Gelegenheiten hatten die Kinder einen farbigen Teig bekommen, aus dem sie Figuren formten. Diesmal aber sollten sie selber den Teig zubereiten, weshalb die Kinder etwas Mehl auf ihre Tische bekamen. Dann wurde Wasser hinzugefügt, und die Kinder kneteten begeistert den Teig, um dann auf ihren Tischen spielerisch die Produkte „ihrer“
Bäckerei zu verkaufen. Diese nahmen sie am Ende mit nach Hause, aber ohne sie zu backen, denn es war nur eine Demonstration.
Diese Beschäftigung war für die Kinder nicht nur lehrreich, sondern machte ihnen auch viel Spaß. Sie waren voller Freude beim Kneten ihres Teiges und in ihrer Rolle als Bäcker oder Bäckerin.

HERVORZUHEBEN SIND

In der Kita für Kleinkinder möchten wir besonders die Bedeutung der Zusatznahrung hervorheben, die einige der Kinder vormittags bekommen, als eine Erweiterung des Frühstücks. Diese besteht manchmal aus einem Ei, oder einem Fruchtsaft oder einer Portion Obst. Die Kinder, die diese Sonderportion bekommen, sind: Zaira Violeta, Amy Juliana und Gabriel und Sofia, venezolanische Kinder, die beide vor kurzem aufgenommen wurden.
Als diese Kleinen in die Kita kamen, war die Notwendigkeit einer besonderen Ernährung offensichtlich, weil ihr Gesundheitszustand sehr schlecht war. Sie hatten Untergewicht und keine Abwehrkräfte, und Kinder wie Sofia und Gabriel kamen, wegen der wirtschaftlichen Situation ihrer Eltern, morgens ins Casita , ohne etwas gegessen zu haben.

Eindrücke unseres Besuches bei Fedar