TUMACO, EIN KLEINER TEIL VON NARIÑO AM RANDE DER KATSTROPHE

Tumaco ist eine Gemeinde im Departement Nariño, gelegen im Südwesten Kolumbiens, und der zweitwichtigste Hafen des Landes. Es ist ein schöner Küstenstreifen im Departement Nariño und sehr touristisch. Die Mehrzahl der Bevölkerung hat afrikanische Wurzeln und widmet sich dem Fischfang und der Vermarktung von Produkten aus dem Meer. Unglücklicherweise hält die staatliche Vernachlässigung gegenüber dieser schönen Region seit langem an, trotzdem sie unter verletzlichen Umständen leidet und es am Zugang zu Grundrechten der Bildung, Gesundheit, Arbeit, Trinkwasser und sanitären Einrichtung mangelt.


Neben diesem Versinken in totaler Armut, führen nun eine dramatische gesellschaftliche Situation und ein Gesetzt den Hafen von Tumaco in eine, seiner schlimmsten Krisen. Zwischen Januar und September gab es durch gewaltsame Morde gesamt 178 Opfer (die Mehrzahl davon waren sozialrechtliche Führer), ein Vielzahl von Anschlägen auf die elektrische Infrastruktur und Zwangsrekrutierungen. Anhaltende Morddrohungen sind heute das tägliche Brot. Das Fehlen von Strom hat so großen finanziellen Verlusten geführt, da die Produkte der Fischer nicht eingefroren werden konnten. In gleicher Weise fehlte es an Trinkwasser. Zahlreiche Brände kamen durch die Nutzung von Kerzen zustande und der Tourismus, eine der größten Einnahmequellen, kam vollständig zum Erliegen.
Laut Aussage der Ombudsmänner (einer Institution, die sich um den Schutz der Menschenrechte in Kolumbien kümmert), hat es die ständige Vernachlässigung durch den Staat den bewaffneten Gruppen und dem organisierten Verbrechen erlaubt, sich in dieser Region zu manifestieren, welche als Schlüsselposition für Drogenschmuggel und illegalem Handel angesehen wird. Täglich werden die Menschenrechte an den Bewohnern verletzt, indem man die Bevölkerung niedermetzelt, die es wagt die Stimme zu erheben, oder Ungerechtigkeit und Gewalt anzeigen. Die Behörden stellen sich taub, ausgenommen in Zeiten der Wahl. Trotz der Forderungen entwickelt sich keine effiziente gesellschaftliche Politik, die das Leid der ärmsten Bevölkerung an der Pazifikküste Kolumbiens eindämmen könnte.

Angesichts solcher Straffreiheit, scheint es für viele Bewohner der einzige Ausweg, diese Region zu verlassen. So zeigt sich eine massive Flucht der Menschen in Richtung Inland, besonders nach Popayán und ins Departement Putumayo. Das Schwierige dabei ist, dass dies in den Städten einen Elendsgürtel generiert, ohne dass Minimalbedürfnisse befriedigt werden. Kommend aus solch einer Situation, erreichte die Familie von Andrea Carolina Cortez Pasto. Heute ist Andrea Patenkind in der Kinderhilfe, aber trotzdem sie nun schon Jahre in der Hauptstadt des Departement Narino leben, ist ihre soziale und finanzelle Situation immer noch prekär. Die Kinderhilfe wurde zu einem Punkt der Unterstützung, damit diese so bedürftige Familie weiterkommt.
Die gravierende menschliche Problematik dieser Region bedarf einer ganzheitlichen staatlichen Behandlung, die die Verbesserung dieser Krise von großem Ausmaß sicherstellt. Es ist erforderlich, dass sich örtliche Beamte und nationale zusammentun, um Projekte und Programme zu entwickeln, die den sozialen Bedürfnissen und der Infrastruktur angepasst sind. Das ist es, was die Bevölkerung fordert. So eine Lösung liegt aber weiter Ferne, denn Korruption und Gewalt haben sich dieser schönen Gemeinde bemächtigt.

Protest-märsche gegen Gewalt und Vernachlässi-gung

SCHULISCHE AKTIVITÄTEN:

Im Quartal von Juli bis September haben wir kontinuierlich mit der Wiederholung schulischer Bereiche weitergemacht und die Kinder bei deren schulischer Entwicklung begleitet. Wie auch schon im Bericht des 2. Quartals beschrieben, gelang es einige Bereiche zu verbessern, aber es ist erforderlich diesen Prozess fortzusetzen, um den Notenschnitt zu verbessern. In gleicher Weise gilt es die Analyse und das Verständnis von Texten zu stärken, damit sich das Vokabular erhöht, die Schrift verbessert und das Wissen der Kinder erweitert.

AKTIVITÄTEN FÜR SPIEL UND ENTSPANNUNG:

Zwischen Ende Juli und Mitte August sind Ferien, die wir für verschiedene Aktivitäten nutzen zur Integration und Erholung innerhalb der Gruppe. Diesmal habe wir für die Teilnahme der Jungen und Mädchen folgende Aktivitäten organisiert:

CHOR “NEUE HOFFNUNG”

Unter der Leitung und Mitwirkung der Lehrerin Sandra Mora wurde die Stimmformung und das Erlernen neuer Repertoires von Themen unterschiedlicher Regionen des Landes weiter fortgesetzt. Neue Stimmtechniken erlaubten großen Fortschritt hinsichtlich Verfeinerung und Stimmfarbe. Man konnte ein hohes Maß an musikalischer Synchronisation bei der Auslegung der Themen feststellen.

Aufführung in der Pinakothek zusammen mit der Gruppe Batuta
GEBURTSTAGE:

In diesem Quartal feierten ihren Geburtstag mit Kuchen und Kerze: Angeline Benavides, Sara Cruz Melo, Andrea Cortez, Isaac Valdivieso, Dayana Romero, Angelica Ruales, Angela Juliana Ruiz.

NEUE AUFNAHME:

Im September wurde ein junges Mädchen aufgenommen: Angela Juliana Ruiz, sechs Jahre alt. Sie wurde von den Eltern verlassen und lebt bei der Großmutter. Sie ist die Cousine des Patenkindes Sara Cruz Melo. Obwohl sie erst einige Wochen hier ist, zeigt sie sich doch sehr gut erzogen und liebevoll, was sie leicht in die Gruppe integrieren ließ.

BESONDERE SPENDE:

Ein Familienmitglied des Patenkindes David Benavides spendete dem Verein Pasto eine Bibliothek, komplett mit Büchern und einem Holzregal. Es war ein Zeichen der Dankbarkeit gegenüber der KINDERHILFE für all die Unterstützung für seinen Neffen. Die Bibliothek setzt sich zusammen aus thematischen Enzyklopädien, Mathematikbüchern, Bücher über Sozialwissenschaften, Englisch, Musik, Philosophie und vielen literarischen Werken. Diese bereichern die bestehende Bibliothek mit ausgezeichneten Texten, die von großem Nutzen für die schulische Arbeit der Patenkinder sind. Mit der Hilfe der Väter und der Patenkinder wurde sie aufgestellt.

HERVORZUHEBENDES:

In diesem Quartal stach Evelin Espinosa, ein Mädchen mit 9 Jahren, aus der Gruppe hervor. Sie ist ein liebenswertes und gut erzogenes Mädchen, das nun bereits 4 Jahre in der Gruppe „Eine Hoffnung“ ist und nun durch Beständigkeit und Fleiß zum Programm „Patenschaft“ wechselt. Das erfüllte sie mit großer Freude und motiviert sie, sich weiterhin anzustrengen und ihre schulischen Leistungen täglich zu verbessern.

DANKSAGUNGEN:

Tägliches Zusammensein, spielen, Musikunterricht bekommen sowie Unterstützung bei den Schularbeiten manifestieren sich zum besten Geschenk, das die Patenkinder des Programms „EINE HOFFNUNG FÜR KINDER OHNE ZUKUNFT“ bekommen können. In ihren Herzen werden dieser Lebensabschnitt und die Lehren der KINDERHILFE weiterleben und eine Grundlage ihrer Entwicklung darstellen. Für dieses wunderschöne und großzügige Geschenk: VIELEN DANK DEN PATEN!

OMAYRA VILLOTA B
SOZIALARBEITERIN – PASTO
(Übersetzung: Ernst Zimmer)