INDIGENA-SCHULE SAN JOSE DEL GUAYABAL: BERICHT ÜBER DAS DRITTE QUARTAL 2018

PROBLEME MIT DER SICHERHEIT FÜR DIE BEVÖLKERUNG DES BEZIRKES ROSARIO CAJIBIO

Im Augenblick gibt es wieder Probleme mit der Sicherheit für die Familien, die in diesen vergessenen Gegenden leben, die schwer zu erreichen sind, die die Ruhe und das Leben vieler Menschen bedrohen. Heutzutage können sie nicht mehr vertrauensvoll zum Arbeiten auf ihre Parzellen gehen, denn wenn sie wieder nach Hause kommen, ist ihnen schon ein Tier (Huhn) oder Kleidung und Geräte abhandengekommen. Mit längeren Fahrten ist es noch schwieriger und ungewisser, denn die Chivas, ihr Transportmittel, werden überfallen. Dabei wird ihnen der geringe Gewinn vom Verkauf von Kaffee oder einiger Lebensmittel gestohlen, die sie in der Stadt Popayan verkaufen konnten. Motorräder werden ebenfalls geraubt. Unbekannte erkundigen sich nach den Besitzern der Motorräder, mit dem Vorwand, sie kaufen zu wollen, wobei sie ganz im Gegenteil, diese stehlen wollen. Verschiedene Male sind sie schon gekommen, um nach dem Namen der Besitzer der Motorräder zu fragen, Leute, die diese mit großen Opfern gekauft haben, um von einem Ort zum anderen kommen zu können.

In den Abendstunden ist es kaum möglich, beruhigt hinauszugehen, so daß die Menschen sich bedroht fühlen. In einem der benachbarten Dörfer, der Vereda el Urbio, waren sie vor einigen Tagen ins Haus eingedrungen, haben es ausgeraubt und ein Ehepaar gedemütigt. Man hat etliche unbekannte Personen durch den Bezirk ziehen sehen. Aber die Gemeinschaft achtet auf jede Besonderheit, die passiert, um die öffentlichen Sicherheitsorgane zu rufen, damit sie sich im Bezirk präsentieren.
Auf der anderen Seite dieser traurigen Realität machen wir mit Begeisterung weiter mit unseren neuen Aufgaben, um das Lächeln und die Hoffnung unserer Kinder zu erleben, eine neue bessere Welt aufbauen zu können.
Die Drachen repräsentieren den Traum, ganz weit zu fliegen, frei in der Natur. Die kreativen Hände ermöglichen die Verwirklichung eines Traumes, seinen eigenen Drachen zu haben, um ihn fliegen zu sehen.

In diesem Quartal haben wir viele Sachen gemacht, bei denen unsere Ausflüge nicht fehlen dürfen. Dabei lernten wir kennen, wo unsere Campesino-Klassenkameraden wohnen, die in unserer Schule und Tag für Tag mit uns zusammen sind. Wir haben das Zuhause einer kleinen Klassenkameradin besucht, wovon wir jetzt berichten werden, von der Familie von JADE NICOL TOVAR CHALA. Diese Familie besteht aus 3 Mitgliedern: James Andres Tovar Revelo, 36 Jahre, ist Landwirt und der Vater der Familie. Veronica Yisela Chala Lugo ist 27 Jahre alt, die Mutter und Hausfrau, und Jade Nicol Tovar Chala ist 5 Jahre alt und geht in die 1. Klasse der Grundschule San Jose del Guayabal.
Nicols Vater ist ein sehr arbeitsamer Mann und Landwirt. Er hat 2000 Kaffeebäume, einen halben Hektar Zuckerrohr und baut auch Platanos, Yuca, Orangen, Limonen und Mandarinen an. Die Mutter geht an den Wochenenden zur Schule, um den Sekundarabschluß zu machen, damit sie sich weiterbilden kann und so ihrer Familie besser helfen. 

In winterlichen Zeiten (Regen) ist es schwer, die Familie zu erreichen, und außerdem ist die Entfernung ihrer Unterkunft zur Schule sehr groß. Die Mutter muß von Montag bis Freitag um 5.30 Uhr morgens aufstehen, um das Frühstück zu machen und ihre Tochter fertigzumachen. Um 6.30 Uhr machen sie sich auf den Weg zur Schule mit ihrem Transportmittel, einem Pferd. Dabei wechseln sich die Eltern turnusmäßig ab, um das Kind zur Schule zu bringen und es am Nachmittag wieder abzuholen. Der Schulweg dauert auf diese Weise ungefähr eine Stunde.
Diese Familie bezeichnet sich als sehr glücklich und harmonisch, trotz der Probleme, mit denen sie fertig werden müssen, zu denen jetzt noch die augenblickliche Unsicherheit kommt.

BESCHREIBUNG DER UNTERKUNFT: Es ist ein altes Haus, mit dem Dach aus Zink, den Wänden aus Zement und Ziegelsteinen. Der Fußboden ist aus Zement, und die Türen und Fenster sind durch die Zeit geschädigt. Im Haus herrscht große Feuchtigkeit, und es besteht die Gefahr, daß das Dach einstürzt. Sie kochen mit Holz und haben einen alten Arbeitstisch aus Zement in der Küche. Der Fußboden und die Wände sind durch die Jahre schadhaft geworden. Sie haben Strom, aber kein sauberes Trinkwasser und eine Latrine. Für einen alten Waschplatz benutzen sie einen Schlauch, und das Wasser holen sie aus einem Brunnen.

NACHMITTAGSBEGLEITUNG DER JUGENDLICHEN:
Im August haben wir mit den Jugendlichen Masken aus Töpfererde gebastelt. Zuerst wurde Wasser zur Erde hinzugefügt und das Ganze gut durchgerührt. Dann haben wir es eine Woche lang ruhen lassen. Wir haben Papier in kleine Schnipsel geschnitten, so wie wir sie brauchten, und während wir die Maske formten, fügten wir die Papierschnipsel hinzu, bis sie fertig war. Die Jugendlichen konnten die Form der Maske selber bestimmen. Sie zeigten sich bei dieser Tätigkeit glücklich und gaben sich Mühe, sie zu verwirklichen.

AKTIVITÄTEN IN DER GRUNDSCHULE:
Im August haben wir mit den Kindern der Grundschule Drachen gebastelt, denn das ist bei uns der Monat und die Zeit, sie steigen zu lassen. Sie wünschten sich sehr, einen zu haben, und bei dieser Tätigkeit zeigten die Kinder großes Interesse und Freude, denn sie hätten sich keinen kaufen können. Also beschlossen wir mit ihnen, sie selber zu machen.
Im September gab es in der weiterführenden Schule „Nuestra Senora del Rosario“ eine kulturelle und sportliche Woche. Zusammen mit den Kindern unserer Schule und Lehrern beschlossen wir, daran teilzunehmen und unsere Jugendlichen dort zu unterstützen, die das typische Gericht der Gemeinschaft „Mote“ dort anboten. An dem Tag der Gastronomie genossen wir alle die typischen Speisen unserer Region, wie Kochbananen, Mais, Karamellspeise, Gemüsesalate, usw.

BESUCH BEI DER „TAGESMUTTER“ DER GEMEINSCHAFT:
Mit den Kindern der Grundschule gingen wir die kleinsten Kinder besuchen, die in unserer Gemeinschaft „Samen des Lebens“ genannt werden. Diese Tagesstelle entstand aus der Notwendigkeit, eine Betreuungsstelle zu haben, die die nahrungsmäßigen und bildungsmäßigen Bedürfnisse von Kindern unter 5 Jahren befriedigt.
Die Senora Clementina Tenorio ist die augenblickliche Tagesmutter und für die Betreuung der Kinder zuständig. Sie war immer aufgefallen als besonders tonangebende, aktive und einfallsreiche Mutter ihrer beiden Söhne Yon Fener und Guidier. Die beiden sind jetzt Jugendliche und wurden von der Kinderhilfe sowohl in der Grundschule, wie auch in der Sekundarstufe unterstützt.

In jener Zeit half uns die Senora Clementina in der Schule bei der Zubereitung des Essens für die Kinder. Sie wollte aber weiterkommen und den Sekundarabschluß machen. Dafür stand sie sonnabends sehr früh auf und ging zu Fuß über eine Stunde zu der Bildungseinrichtung, ob es regnete oder die Sonne brannte. Sie strengte sich sehr an und beendete die weiterführende Schule. Dann leistete sie ihre Dienste zwei Jahre lang in dem Heim. Und danach kam sie nach Popayan, um hier mit Nierenpatienten zu arbeiten, die im Durchgangsheim der Indigenas untergebracht waren. Hier mußte sie das Essen zubereiten und dabei streng auf die Diäten der Patienten achten. Weil sie sich weiterbilden wollte, machte sie Kurse in der Nahrungszubereitung und auch in Betreuung von Kleinkindern. Als ihr Arbeitsvertrag dort endete, hatte sie vor allem finanzielle Probleme und behalf sich, indem sie putzen ging, um die Ausbildungen machen zu können und an den Wochenenden das Fahrgeld zu haben, bis sie es geschafft hatte, ihre Ausbildung als Kinderpflegerin zu beenden.

Im Augenblick arbeitet sie in einem Projekt einer Elternschule mit den Eltern der Gemeinschaft.
Die Senora Clementina berichtet, daß in ihrer Tagesstätte etliche Kinder unterernährt sind, mit Untergewicht und mehrere Mütter mit Babys auf dem Arm, die schon wieder schwanger sind und keine Abwehrkräfte haben. Ihrer Meinung nach könnte man das ändern, indem man Nahrungsmittel anpflanzte, die ihre Mangelernährung erheblich verbessern könnten. Sie haben schon ein Stück Land, um mit den Kindern Gemüse anzupflanzen. Außerdem hat die Kinderhilfe versprochen, uns zu helfen mit dem Kauf von Dünger für den Gemüsegarten. Wir hoffen, dieses Projekt durchführen zu können, damit die Tagesstätte mit dem Gemüse das Essen der Kinder bereichern kann.

Eine Kindheit voller Freude bereitet eine großartige Basis für die Zukunft, dank der bedingungslosen Unterstützung von Ihnen können wir diese Basis verstärken.

Jesus Pacho und Soledad Perfetti