Bericht über die offenen Gruppen: November – Dezember CASITA 2019

Tag für Tag ist die Kinderhilfe auf unterschiedlichste Weise für Kinder, Jugendliche und sogar Erwachsene da. Sie bietet mit ihren vielfältigen Programmen jede Menge Gelegenheiten zum gemeinsamen Erleben. Es gibt offene Gruppen mit wechselnden Teilnehmern sowie feste Gruppen. Hier möchten wir die Menschen anregen, für einander da zu sein, sich gegenseitig zu helfen und einander zu verstehen, je nach persönlicher Lebenssituation. Für das Freizeitprogramm an den Samstagen bieten wir Handarbeiten, Basteln, angeleitete Spiele, Geschichten oder freies Spiel an. Die Kinder können z.B. Seilspringen, verschiedene Spiele am Tisch spielen – ganz nach Neigung. Jetzt in der Vorweihnachtszeit haben wir Aktivitäten passend zum Advent angeboten. Es gab sogar ein Mannschafts-Wettspiel. Die Kinder sollten über eine Strecke Ping-Pong-Bälle balancieren. Sie bekamen auch Luftballons, in denen Zettel mit Schlüsselwörtern steckten, diese wurden weitergereicht und dabei immer weiter aufgeblasen, bis sie platzten. Aus den Wörtern entstand ein weihnachtliches Lied, das am Ende von allen zusammen gesungen wurde. 

Auf den offenen Samstag und das Mittagessen freuen sich unsere Kinder und Jugendlichen schon lange vorher: Zusammen mit ihren Freunden, die sie mitgebracht haben, genießen sie das gesunde und leckere Essen. Daher haben wir immer verschiedene Besucher an diesen Samstagen, deren hungrige Mägen wir füllen können, während ihre Eltern arbeiten gehen, bis sie ihre Kinder abends abholen. Ausgerechnet an diesem Samstag konnten wir wegen Wartungsarbeiten im CASITA 2 nicht mit Gas kochen. Wir haben als Alternative den Kindern Sandwiches mit Butter, Käse, Schinken und Huhn serviert, die eine hilfsbereite Bekannte zubereitet hatte. Auf diese Weise konnten wir trotz kaltem Herd eine Mahlzeit anbieten. Zum Nachtisch gab es Ausgebackenes mit Käse oder Süßem, eine traditionelle Speise in der Vorweihnachtszeit. Zufrieden, satt und fröhlich waren alle, als sie später in ihre Hütten und Häuser zurückkehrten.

Während der vielen Proteste und Demonstrationen in der Stadt war es für einige unserer Mitarbeiter nicht möglich, auf dem üblichen Weg oder überhaupt zur Arbeit zu kommen, weil es einfach keine verfügbaren Verkehrsmittel gab. Daher mussten wir eine Alternative suchen und fanden für diesen Monat Señora Concepción M., die ziemlich nahe am Casita wohnt und sich bereit erklärte, für die Damen der Handarbeitsgruppe ins CASITA zu kommen. Als Señora Carmen L. diese Gruppe übernahm, bestand sie aus zehn Frauen. Heute sind es zwanzig, die sich jeden Donnerstag treffen, um gemeinsam zu häkeln oder zu stricken. Die gemeinsame Arbeit ist oft die beste Medizin gegen Leiden und Schmerzen. Die Frauen fühlen sich nützlich und die Gespräche und Scherze helfen ihnen, einen schönen Nachmittag zu verbringen. In diesem Monat besticken die Damen drei Tischdecken, die aus Deutschland gesandt wurden: Jede nimmt einen Rand und dann arbeiten sie reihum gemeinsam daran. Eine andere Dame fertigt eine Puppe, wieder andere verfolgen eigene Projekte. Zwei Damen stricken für den persönlichen Gebrauch, eine macht eine Jacke, die andere ein Shirt aus Material, das sie selbst mitgebracht haben.

Gegen Ende des Jahres hat jede eine weihnachtliche Figur genäht, diese haben sie nach Haus mitgenommen als Erinnerung an ihre Teilnahme an der Gruppe und die gemeinsame Arbeit. Aus der Wolle, die Señora Ute geschickt hatte, wurden verschiedene Püppchen gehäkelt und anschließend an die Hortgruppen im Casa Ursula, im CASITA 2, an die Babykrippe und die Gruppe “Eine Hoffnung” verteilt. Die Kinder haben sich riesig gefreut. In der Bastelgruppe, die Dienstags angeboten wird, haben die Kinder unter der Anleitung von Señora Carmen L. verschiedene Dinge gebastelt. Zum Beispiel aus Knetgummi einen Aufsatz für Stifte in Form eines Rentiers, aus Früchten ihres Gartens ein Stachelschwein und aus Papier, Draht und Kiefernzapfen, entstanden Schwäne. Señora Carmen L. hat die Vorweihnachtszeit genutzt, um auch mit den Kindern der Nachhilfestunden, mit denen der Gruppe “Eine Hoffnung” und den älteren der Hortgruppe zu basteln. Sie stellten einen Schlüsselanhänger in Form eines Rentiers her. Auch im Hauptsitz haben die Kinder mit großer Freude gebastelt, in der letzten Zeit haben wir aus Papier, Pappdeckeln und anderem wiederverwertetem Material Weihnachtskarten gebastelt, und als besonders weihnachtliches Utensil eine Krone aus Stoffstreifen. Señora Carmen J. hat mit den Kindern der Bastelgruppe auch noch gekocht. Sie haben mit großer Begeisterung Pudding, Kringel und winterliche Salate zubereitet und auch sehr gern verputzt. Die Kochgruppe besteht mit den Jahren immer weiter. Alle Teilnehmerinnen haben dabei mit den Jahren an Erfahrung gewonnen. Alle haben Wissen über gesunde Ernährung gesammelt und ihre eigenen Essgewohnheiten verändert. Dadurch sind die Frauen auch gesünder geworden. Die Mahlzeiten, die die Frauen unter Anleitung von Señora Esther kochen, bestehen zum großen Teil aus Obst und Gemüse. Zum Jahresabschluss haben wir ein Menü aus Bohnensalat, Sellerie und Bataviasalat gekocht, dazu gab es gebratene Hähnchenbrust. Zum Nachtisch haben wir ein Dessert aus Mango und Möhren hergestellt, Saft aus Lulo und ein süßer Krapfen bildeten den leckeren Abschluss. Jede der Damen beteuert erneut ihre Dankbarkeit gegenüber der Kinderhilfe und ihren Mitarbeitern, die sie ein weiteres Jahr auf diese freundliche Weise begleitet haben. Der Garten im CASITA 2 ist eine sehr wichtige Einrichtung, denn hier können wir unsere eigenen Lebensmittel

anbauen und dabei den Kindern vermitteln, wie man sich gesund ernährt. Aber er braucht auch Pflege und Arbeit. Die Familie L. und ihre beiden Töchter Aylen S. und Manuela haben sich um den Garten gekümmert, ihn sauber gehalten, umgegraben und gedüngt. Sie haben Bohnen, Erbsen und Koriander ausgesät, Samen, die sie aus Deutschland bekommen haben. Diese Eltern sind ein sehr gutes Vorbild für ihre Kinder, die spielerisch bei der Arbeit geholfen haben. Wir konnten schon einige Baumtomaten ernten und die selbst gepflückte Minze haben wir anschließend den Kindern beim Essen im CASITA 2 als Tee serviert. Die Pflege des Gartens und der Pflanzen sowie die Ernte erfordern konstante Arbeit. Daher haben fünf Kinder des Programms “Eine Hoffnung” die Aufgabe Señora Carmen L. dabei zu helfen. Auf diese Weise lernen sie viel über die Arbeit in der Landwirtschaft und können wertschätzen, was unsere Bauern täglich leisten, damit wir uns ernähren können. Dieses Mal haben die Kinder Spinat geerntet, der in der Küche zubereitet wurde. Einige konnten sogar etwas mit nach Hause nehmen. Wir hatten auch reichlich Aloe Vera im Garten und die Kinder konnten lernen, was sie für unsere Gesundheit bewirkt und was man alles daraus machen kann. So hat Señora Carmen L. für die Kinder, auch die der Gruppe “Eine Hoffnung” zusammen mit der Lehrerin Lyda gezeigt, dass man aus Aloe Vera eine natürliche Seife herstellen kann. Die Kinder hatten viel Interesse an diesem Prozess und freuten sich etwas davon mit nach Hause nehmen durften. Wir werden noch weitere Früchte ernten, denn wir haben sogar Obstbäume, die uns Mango, Guayaba, Orangen und Ananas-Guaven schenken. Die Früchte aus dem Garten werden unter den Kindern des CASITA 2 verteilt. Von den Mango können wir, da wir reichlich ernten, auch einiges an den Hauptsitz schicken. Dort wird daraus Saft gepresst, den es als gesunde Ergänzung zum Mittagessen gibt.

Nachhilfeunterricht: Die Begleitung, etwas Unterstützung und Erklärungen sind eine wichtige Hilfe innerhalb der Nachhilfestunden, daher nehmen viele Kinder des CASITA 2 daran teil. Dank dieser Stunden haben sie ihre Aufgaben für den folgenden Tag fertig in der Tasche. Sie haben Stoff aus dem Schulunterricht verstanden und konnten den Tag leichten Herzens mit einem Spiel beenden. So können auch diese Kinder noch an verschiedenen anderen Aktivitäten teilgenommen. Unsere Angebote werden sehr gut angenommen und oft wundern sich die Menschen, dass sie so vieles nutzen können ohne dafür bezahlen zu müssen. Daher kommen sie gern immer wieder und bringen auch neue Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit. Einmal mehr bedanken wir uns bei Señora Ute und allen Spendern, die durch ihre konstante Unterstützung dafür sorgen, dass diese wichtige und wunderbare Arbeit fortgesetzt werden kann. So können wir unsere Türen öffnen für all jene, die im wahrsten Sinne “Eine Hoffnung” so dringend brauchen.

Erstellt von Sandra A., Übersetzt von Anette Bauer