BÄCKEREI IN DER KINDERHILFE: Erster Quartalsbericht 2020

DAS COVID-19 VIRUS STÜRZT UNSERE FAMILIEN INS ABSOLUTE ELEND!

Die weltweite Pandemie hat uns unverhofft getroffen, weil ein Land wie Kolumbien definitiv nicht auf so etwas vorbereitet ist. Die Masse der sozialen Probleme, denen wir uns Tag für Tag stellen müssen, ist schon genug. Hunger und Elend herrschten schon vorher in den ärmsten Familien, in Familien, wie wir sie in der Kinderhilfe betreuen. Aber die Menschen konnten wenigstens täglich versuchen, sich den Lebensunterhalt zu verdienen und bekamen irgendwie das Geld für Wasser, Brot, Eier und Reis zusammen. Aber jetzt ist die Lage ganz kritisch, weil sie nicht rausgehen können, um zu versuchen, die täglichen Nahrungsmittel zu besorgen und kein Geld haben, um die Miete zu bezahlen. Sie können ihre Kinder nicht ausreichend ernähren. Es ist grausam für die Eltern hier.

In allen Medien hören wir nur die Worte „Bleib zuhause“, aber es ist leicht für einen Politiker oder für einen Unternehmer, die große Besitztümer haben und genug Geld, riesige Lebensmittelvorräte zu kaufen, das zu sagen. Ihre Kinder haben die Möglichkeit, sich abzulenken, zu spielen und sie haben Platz, sich zu bewegen. Für sie ist es leicht zu sagen: Bleib zuhause!

Viele mokieren sich über die Ignoranz der armen Leute, die immer noch ihre Unterkünfte verlassen, um etwas Geld für Essen und die Miete zu besorgen. Es ist leicht, andere zu verurteilen und weiterhin zu sagen, dass sie zuhause bleiben sollen. Viele kehren mit Strafen in ihr Heim zurück, weil es verboten ist, hinaus auf die Straße zu gehen. So ist es noch nicht genug, Hunger zu leiden. Es ist nicht genug zu ertragen, dass die Vermieter ihnen drohen, sie auf die Straße zu setzen, wenn sie nicht bezahlen. Das alles ist erniedrigend und unmenschlich.

Unsere Familien der Kinderhilfe sind für den Staat unsichtbar, wie es die Armenviertel sind, in denen unsere Familien in Häusern aus Bambus und Pappe leben. Kalte Dämpfe machen unsere Kinder krank und die Hitze dringt durch die Dächer aus Metall. Das macht das Leben unerträglich, wenn man den ganzen Tag lang in einen Raum von 2 mal 2 Metern eingesperrt ist. Wenn man an Geld denkt, so ist den Eltern von dem, was sie vor ein paar Wochen haben sparen können, nichts mehr geblieben. Heute gibt es nichts zu essen, wenn keiner arbeiten gehen kann. Aber unsere korrupte Regierung begreift das nicht.

Viele unserer Familien erklären uns, dass sie die Regeln für die Gesundheit vollkommen verstünden, dass man sie befolgen müsse, dass man sich die Hände waschen und Desinfektionsmittel verwenden müsse. Aber was sollen die Familien tun, die oft nicht einmal Seife haben, um sich die Hände zu waschen, weil sie dafür Reis kaufen müssen. Deshalb müssen sie jeden Tag mit der Angst leben und versuchen, zu überleben und durchzuhalten. Für sie ist das Leben hart und wir können die Lage, in der sich Millionen von kolumbianischen Familien befinden, sogar als grausam bezeichnen. Das Virus hat die immense soziale Ungleichheit zwischen Armen und Reichen wieder einmal aufzeigt. Es macht deutlich, wie inhuman, korrupt und gefühllos unsere Regierung ist. Es zeigt die Gleichgültigkeit und Intoleranz derjenigen, die alles haben. Hier können wir erfahren, wie unsere ärmsten Familien an Hunger sterben, an Enttäuschung, Ungewissheit und Verzweiflung leiden. Vor allem wird das beim Ansehen der Gesichter ihrer Kinder, die nichts zu essen auf dem Teller haben, deutlich. Wir sehen jede Menge von Ansiedlungen und Lagern, die rote Fahnen oder Tücher aufhängen, um zu zeigen, dass sie Hunger leiden. Aber es gelangen keine Hilfsmittel zu ihnen. Es kommt kein einziges Lebensmittel an. Mehr als das Virus tötet sie der Hunger.

Hier müssen wir die großartige Tätigkeit der Kinderhilfe hervorheben, denn obwohl wir die Türen auf Anordnung der Regierung schließen mussten, werden alle Familien weiterhin betreut. Auch wenn die Kinder jetzt nicht in den Verein kommen können, erarbeiten die Mitarbeiterinnen Strategien und Vorschläge, damit all die Hilfe der Spender in die Familien gelangt. Es werden für die verschiedenen Tätigkeiten Arbeitsgruppen gebildet, die die Einkäufe und die Verteilung der Vorräte an die Familien, die viele Tage helfen, den Hunger zu stillen, organisieren. Dazu bereiten unsere Erzieherinnen Aktivitäten für die Kinder zuhause vor, damit sie beschäftigt sind. Dafür hat die Kinderhilfe didaktisches Material zur Verfügung gestellt, z. B. Buntstifte, Plastilin, Hefte und Buntpapier.

Die Bäckerei hat unter diesen Umständen eine ganz wichtige Rolle gespielt, denn für die erste Verteilung von Lebensmitteln wurden ungefähr 200 Vollkornbrote gebacken. Diese kamen zu den verschiedenen Familien und in soziale Zentren, wie das Altenheim und Cottolengo.

Diesmal möchten wir Ihnen eine besonders schlimme Situation vorstellen, nämlich einen unserer jungen Bäcker, der in sehr schwierigen Umständen lebt. Die Familie wohnt zur Miete von dem Geld, das seine Mutter als Hausangestellte verdient. Sie hatte vor ungefähr eineinhalb Monaten eine starke Grippe mit Husten. Die Arbeitgeber ließen sie aber weiter arbeiten. In dem Moment, in dem die Regierung die allgemeine Isolierung anordnete, sagten ihr die Arbeitgeber, dass sie nach Hause gehen solle und dass sie sie nicht mehr beschäftigen würden. Für sie ist das ein schwerer Schlag gewesen, denn sie konnte nicht einmal mehr Müll sammeln, was ihre andere Beschäftigung war. Sie ist immer noch krank, aber auch mit all den normalen Bedürfnissen wie Miete und Essen hat die Kinderhilfe ihr und ihrer Familie geholfen. Unser junger Bäcker ist geistig leicht eingeschränkt und sein Zustand erlaubt es ihm nicht, seiner Mutter wirklich zu helfen. Wenn er aber in der Kinderhilfe ist, wirkt er aufgeweckt und glücklich, lässt sich lenken und macht nach und nach Fortschritte.

Diesmal möchten wir Ihnen eine besonders schlimme Situation vorstellen, nämlich einen unserer jungen Bäcker, der in sehr schwierigen Umständen lebt. Die Familie wohnt zur Miete von dem Geld, das seine Mutter als Hausangestellte verdient. Sie hatte vor ungefähr eineinhalb Monaten eine starke Grippe mit Husten. Die Arbeitgeber ließen sie aber weiter arbeiten. In dem Moment, in dem die Regierung die allgemeine Isolierung anordnete, sagten ihr die Arbeitgeber, dass sie nach Hause gehen solle und dass sie sie nicht mehr beschäftigen würden. Für sie ist das ein schwerer Schlag gewesen, denn sie konnte nicht einmal mehr Müll sammeln, was ihre andere Beschäftigung war. Sie ist immer noch krank, aber auch mit all den normalen Bedürfnissen wie Miete und Essen hat die Kinderhilfe ihr und ihrer Familie geholfen. Unser junger Bäcker ist geistig leicht eingeschränkt und sein Zustand erlaubt es ihm nicht, seiner Mutter wirklich zu helfen. Wenn er aber in der Kinderhilfe ist, wirkt er aufgeweckt und glücklich, lässt sich lenken und macht nach und nach Fortschritte.

Allen Spendern für dieses Projekt sagen wir Danke für die Unterstützung und dass Sie uns in dieser schweren Zeit nicht vergessen. Sie sind in Deutschland unsere einzige Hoffnung und der Anreiz um weiterzumachen, inmitten von so viel Verzweiflung und Ängsten, unter denen unsere Familien leiden.

Sandra Yicel Medina Sanchez