Patenschaftsprogramm 2020

Das Jahr 2020 war ein besonderes Jahr: Die Pandemie durch Covid-19 brach Mitte März über uns herein und alle Aktivitäten des Programms wurden unverzüglich beendet. Uns wurde eine Quarantäne verordnet, die später gelockert wurde, allerdings mit enormen Einschränkungen. Die Schüler durften nicht zur Schule gehen, auf die Straße durfte man nur nach Zeitplan, nur für ganz bestimmte Erledigungen, und das auch nur nach Endziffern des Personalausweises. Die Regierung rief den Notstand aus und dieser Zustand wurde das ganze Jahr beibehalten und gilt auch noch in diesem ersten Quartal des Jahres 2021. Diese neue “Normalität” hat uns gezwungen, andere Wege zu finden und neue Strategien zu entwickeln, um unser Ziel – die Versorgung und Betreuung unserer Jungen, Mädchen und ihrer Familien – weiterhin zu verfolgen. Das war nicht einfach, aber wir haben keine Mittel und Wege gescheut, um Hindernisse zu überwinden und mit unserer Arbeit weiterzumachen. Die KINDERHILFE hat, wenn auch anders als vorher, ihre Arbeit fortgesetzt und den Patenkindern die gewohnte Unterstützung gewähren können. Die häufigen Spenden der Paten haben sehr wertvolle Hilfe geleistet und den Familien in ihrer Not vieles erleichtert.

Ausgabe der Schulpakete:

Ende Januar haben alle Patenkinder das Paket mit den Arbeitsmaterialien und den benötigten Teilen der Schuluniform erhalten.

Schulische Arbeiten:

Im Februar haben wir wieder die Übungsstunden angeboten, unter Mithilfe der Gruppenleiter und -leiterinnen haben wir den Kindern Hausaufgabenhilfe, Vorbereitung auf Tests, Rechtschreibstunden und einen Lesekreis angeboten. Während der Pandemie konnten wir mit der Präsenzarbeit nicht weitermachen, sondern mussten unsere Arbeitsweise den Einschränkungen anpassen. Die Hilfe, die wir leisten, die Hausaufgabenhilfe und andere Begleitung, haben wir nun auf virtuellem Weg angeboten, haben täglich mit den Jungen und Mädchen per WhatsApp kommuniziert und ihnen so bei den Aufgaben, die sie von der Schule regelmäßig bekamen, helfen können. Im September wurden die Maßnahmen wieder gelockert und die Schüler konnten wieder in die Einrichtung kommen. Es sind zurzeit zwölf Schüler, die teilnehmen, denn manche Eltern fürchten noch eine Ansteckung und behalten ihre Kinder lieber zuhause. Hier in der Einrichtung beachten wir natürlich die Hygiene-Regeln, halten Abstand, tragen ständig einen Mund-Nasen-Schutz, waschen und desinfizieren häufig die Hände und desinfizieren auch die Gegenstände und Flächen der Räume – hierbei helfen die Eltern der Kinder. Im abgelaufenen Jahr haben, dank der steten Begleitung durch die KINDERHILFE drei Schüler ihren Abschluss geschafft: es sind Johana Urresti, Katherine Erazo und Oscar Gomez. Diese drei bereiten sich nun auf den nächsten Schritt, die weitere Fach-Ausbildung vor. Katherine Erazo Oscar Gómez Johana Urresti

Lebensmittelpakete für die Familien:

Von April bis August haben wir die Familien auch mit Sachspenden in Form von Lebensmittelpaketen unterstützt, da sie alle unter der Krise des Gesundheitswesens litten. Viele Eltern hatten ihre Arbeit verloren oder stark reduzieren müssen, so dass auch ihre Einkünfte sehr zurückgingen. Lebensmittelpakete waren die beste Option, um den vielfältigen Bedürfnissen der Familien zu begegnen, neben haltbaren Lebensmitteln haben wir auch Obst und Gemüse ausgegeben für die bessere Versorgung. Die Familien haben dazu einen Geldbetrag i.H.v. 40.000 Pesos erhalten, um selbst weitere Dinge einzukaufen, die sie dringend brauchten, vor allem aber auch für die Interneteinheiten, damit die Kinder dem virtuellen Unterricht folgen konnten. Diana Diaz Evelin Espinosa Luis Gabriel Delgado Carolina Erazo

Hausbesuche:

Die Hausbesuche wurden zum wichtigsten Weg, den Kontakt zu den Familien zu halten. Durch die persönliche Nähe und die Besuche in den Häusern der Familien in Quarantäne war es möglich, ihre Nöte und Probleme sofort zu erfassen und direkte und schnelle Hilfe zu finden.

Chor:

Trotz der Schwierigkeiten durch den verordneten Abstand, und weil die Chorproben nicht mit den Kindern vor Ort durchgeführt werden durften, hat sich die Leiterin, Sandra Mora, nicht abhalten lassen sondern hat die Chorproben virtuell angeboten, um das Niveau zu halten und die stimmlichen Fähigkeiten der Kinder weiter zu fördern. Auf diesem Weg haben die Kinder weitere Stücke gelernt und auch die traditionellen Weihnachtslieder eingeübt. Damit konnten sie sogar an virtuellen Chortreffen teilnehmen. Dazu haben die Kinder mit viel Phantasie und Kreativität zuhause aus Restmaterialien eigene Instrumente entwickelt und gebastelt.

Rotierender Fonds:

Dieser Fonds ist eine wertvolle Alternative für Familien, die eine kurzfristige finanzielle Hilfe brauchen, um z. B. ihre Unterkünfte zu sanieren, kleine Firmen zu gründen oder teure medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zurzeit hat der Fonds 9.483.057 Pesos zur Verfügung. Wegen der Kontaktbeschränkungen aufgrund der Pandemie konnte auch der Basar mit Kleidung aus Deutschland nicht stattfinden, damit fehlte eine bedeutende Einnahmequelle, die den Fonds erhält. Um weiteres Schwinden der finanziellen Masse des Fonds zu verhindern, einigten sich die Eltern, ihre Zinssätze geringfügig zu erhöhen, von 1,0% auf 1,5%. Wieder einmal war das Verhalten der Eltern, die den Kredit in Anspruch genommen hatten, vorbildlich, und alle haben trotz ihrer wirtschaftlichen Not ihre Raten vollständig bezahlt.

Aktivitäten im Advent:

Um die Motivation und die Stimmung in der Weihnachtszeit zu fördern, haben wir die Kinder hübsche adventliche Dekorationen aus Restmaterial basteln lassen. Alle Kinder haben dazu eine besondere Mahlzeit bekommen und ein Päckchen mit Pflegemitteln mit Puder, Shampoo und Seife, Zahnpasta und -bürste, Körpercreme, Deo und Papiertüchern. Jede Familie hat zu Weihnachten ein Hähnchen für das Festessen bekommen.

Omayra Vilotta, Sozialarbeiterin, Pasto

übersetzt von Anette Bauer