Liebe Patinnen, Paten, Freundinnen und Freunde der Kinderhilfe, März 2026
Es wird Sie nicht überraschen, dass die Situation in Kolumbien grundsätzlich unverändert ist. Die Sicherheitslage verschlechtert sich jedoch leider in den letzten Jahren kontinuierlich, wodurch unsere Familien und Mitarbeiterinnen Kriminalität und Unsicherheit laufend ausgesetzt sind. Die Kinderhilfe ist für die Kinder, Ihre Familien und unsere Mitarbeiterinnen eine Insel der Sicherheit und Stabilität in ihren Leben. Ich möchte Ihnen ganz herzlich danken, dass Sie die Kinder in Kolumbien so ausdauernd und nachhaltig unterstützen. Ohne Ihre Hilfe hätten unsere Kinder und Familien keine faire Chance, aus dem Teufelskreis von Armut und mangelnder Bildung zu entkommen.
Wir haben das Jahr 2025 als Verein leider erneut mit einer finanziellen Unterdeckung abgeschlossen, weil die Ausgaben inflationsbedingt laufend steigen und wir die Spenden nicht in gleichem Maße steigern konnten. Wir machen in Deutschland alles ehrenamtlich und geben auch kein Geld für Werbung aus, damit jeder Euro bei den Kindern in Kolumbien ankommt. Daher eine dringende Bitte: Machen Sie bitte Werbung für die Kinderhilfe und werben Sie um Spenden.
Was wir im ersten Quartal 2026 erreicht haben
Mit IHREN Spenden können wir weiterhin rund 400 Kinder und ihre Familien in ihrem täglichen Kampf in diesem so schwierigen Umfeld entscheidend unterstützen. Die Kinderhilfe ist für die Kinder und ihre Familien die einzige Hoffnung und Hilfe, die Eltern auch hilft, ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Ohne die Kinderhilfe ist es für die Kinder fast unmöglich, aus dem Kreislauf aus Armut und mangelnder Bildung auszubrechen.
Hier ein Auszug aus dem Bericht unserer Mitarbeiterin Sandra Yicel: Der Beginn des Jahres ist gleichzeitig auch in Kolumbien der Start des Schuljahres. Ein wichtiger Meilenstein, um unseren Kindern Zugang zu Bildung und damit der Chance auf ein besseres Leben zu geben.
Für viele Kinder bedeutet dieser Schritt eine tiefgreifende Veränderung: Sie verlassen die Kindertagesstätte und stehen zum ersten Mal vor der Herausforderung der Schule. Manche kommen ängstlich an, weinen, klammern sich fest und wollen nicht bleiben. Andere hingegen erleben diesen Moment mit großer Freude.

Es ist unmöglich, nicht gerührt zu sein, wenn man sieht, wie sie ihre neuen Uniformen anziehen, ihre Hefte entgegennehmen und diese umarmen, als wären sie ein Schatz. Sie wissen, dass dies ein Privileg für sie ist, obwohl natürlich jedes Kind die Chance auf Bildung haben sollte, d.h. es kein Privileg sein sollte. Hinter jeder Uniform verbirgt sich etwas viel Größeres: Würde, Chancengleichheit und die reale Möglichkeit, eine andere Zukunft aufzubauen.
Unser Team organisiert und begleitet diesen Prozess von Anfang bis zum Ende: Für die Kinder, die eingeschult werden, organisieren sie ihre Ausrüstung, bereiten jedes Heft entsprechend dem Alter vor, jede Uniform, jedes Paar Schuhe. Denn für viele Familien wäre dies schlichtweg finanziell unmöglich. Alles, um einen guten Start in dem nächsten ganz wichtigen Schritt für Bildung und ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Für unseren Verein hatten wir zu Beginn des Jahres einen wichtigen Meilenstein. Für Omayra, die nach vielen Jahren bei der Kinderhilfe in Rente gegangen ist, haben wir eine Nachfolgerin gefunden: Luisa Fernanda Luna Manzano. Sie ist ein ehemaliges Patenkind und hat bisher in Popayan gearbeitet. Wir sind darüber sehr froh, und es zeigt, wie resilient und stark unser tolles Team in Kolumbien ist. Luisa Fernanda hat bereits mit hohem Engagement begonnen.
Wir möchten uns ganz herzlich für IHRE Unterstützung bedanken. Ohne diese könnten wir „unseren“ Familien und Kindern nicht dabei helfen, aus dem Kreislauf von Armut und mangelnder Bildung zu entkommen.
Gerne möchte ich mit Ihnen heute ein ganz konkretes Beispiel teilen, welches zeigt, welche lebensverändernde Wirkung Ihre Unterstützung hat. Unter den sechs Babys, die dieses Jahr in die Krippe der Kinderhilfe für Kolumbien aufgenommen wurden, gibt es eine Geschichte, die den Sinn dieser Arbeit zutiefst auf den Punkt bringt: die Geschichte von Sol. Sol kam im Süden des Caucas als Tochter einer Bäuerin auf die Welt. Sie wurde mit einer Fehlbildung an den Gliedmaßen geboren und daher ließ Ihre Mutter alles hinter sich, um eine bessere Zukunft und medizinische Versorgung für ihre Tochter zu suchen. Sie kam in die Stadt ohne festen Wohnsitz, ohne Mittel und ohne eine Familie, die sie hätte unterstützen können.


Zunächst konnte sie kurzfristig bei Verwandten unterkommen und dann bot ihr ein Onkel die Möglichkeit, in einem kleinen Zimmer in der Drogerie zu wohnen, die ihm gehörte. Dort lebt sie heute mit ihrem Baby. Der Platz ist minimal. Sie haben nur ein Bett, ein paar Decken und ihre Kleidung. Es herrschen keine angemessenen Bedingungen für die Entwicklung eines Babys, aber es ist der einzige Ort, den sie ihr Zuhause nennen können.
Der Vater des Mädchens, ein junger Student, kümmert sich nicht um seine Tochter und steuert nur sehr unregelmäßig etwas zum Unterhalt bei. Die Mutter arbeitet in der Drogerie des Onkels und verdient damit knapp 100€ im Monat. Das reicht nicht aus, um den Lebensunterhalt zu finanzieren.
Bei der Aufnahme von Sol in die Kinderhilfe, spiegelte ihr Zustand diese schwierigen Lebensumstände wider. Ihre Mutter konnte sich keine ausgewogene Ernährung leisten, wodurch sie auch übergewichtig war.
Seit ihrer Aufnahme hat sich ihr Zustand grundlegend gewandelt. In der Babykrippe der Kinderhilfe erhält Sol täglich das, was zu Hause nicht finanziert werden kann: Säuglingsnahrung, Gemüsesuppen, Obst und eine ausgewogene Ernährung, die speziell auf ihre Entwicklung abgestimmt ist.
Zudem nimmt sie an Frühförderungsmaßnahmen, Spielen, Massagen sowie Aktivitäten teil. Diese Förderung hat ihre Situation substanziell verbessert. Sie krabbelt, kann aufstehen, aber Ihre Veränderung ist nicht nur körperlich, man sieht, wie sie aufblüht und den Kontakt mit anderen Kindern aufnimmt.
Für die Mutter ist das eine riesige Erleichterung. Sie kämpft jeden Tag, um ihrem Kind die besten Startvoraussetzungen zu ermöglichen. Jetzt ist sie in diesem Kampf nicht mehr alleine und bekommt ganz praktische Unterstützung und Begleitung von unseren Mitarbeiterinnen.
Jede Spende hilft uns, Kindern wie Sol auch künftig eine echte Chance auf eine gesunde Entwicklung zu geben. Mit 50€ im Monat können wir einem Kind einen Platz in der Krippe oder Ganztagsbetreuung finanzieren. Mit 100€ im Monat können wir die Spezialnahrung für drei Babys bezahlen. Darüber hinausgehende Beträge helfen uns, die Gehälter unserer Mitarbeiterinnen in Kolumbien, die sich jeden Tag um die Kinder und Familien kümmern, zu bezahlen. Wir freuen uns natürlich auch über Einmalspenden.
Mit herzlichem Gruß,
Fabian Raschke