SEIT 1985 AN DER SEITE VON KINDERN IN KOLUMBIEN
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Bericht 2. Quartal 2026

Liebe Patinnen, Paten, Freundinnen und Freunde der KINDERHILFE,

heute möchte ich Ihnen einen kurzen Überblick über die Arbeit der KINDERHILFE im zweiten Quartal geben. Der Bericht fasst die wichtigsten Entwicklungen aus unseren Programmen zusammen. Er zeigt Ermutigendes, aber auch die Herausforderungen, vor denen die Menschen in Kolumbien und wir als Verein weiterhin stehen.

Seit meinem letzten Schreiben im März ist in Kolumbien viel passiert. Die politische und gesellschaftliche Lage bleibt angespannt, und die Sicherheitslage bereitet vielen Familien große Sorge. Gerade in ländlichen Regionen und in den armen Stadtvierteln sind Kinder und Jugendliche besonders gefährdet: bewaffnete Gruppen versuchen, junge Menschen anzuwerben, Gewalt und Unsicherheit prägen vielerorts den Alltag.

Umso wichtiger ist es, dass die KINDERHILFE für viele Kinder, ihre Familien und unsere Mitarbeiterinnen ein Ort der Sicherheit, Verlässlichkeit und Hoffnung ist. Dafür möchte ich Ihnen von Herzen danken. Ihre kontinuierliche Unterstützung macht den entscheidenden Unterschied: Sie ermöglicht Kindern Zugang zu Bildung, Nahrung, Fürsorge und einer Perspektive, die sie ohne unsere Hilfe kaum hätten.

Gleichzeitig bleibt es eine große Aufgabe, ausreichend Mittel einzuwerben, damit wir unsere Programme verlässlich fortführen und unsere engagierten Mitarbeiterinnen in Kolumbien bezahlen können.

Was wir im zweiten Quartal 2026 gemeinsam erreicht haben?

Dank Ihrer Spenden können wir weiterhin rund 400 Kinder und ihre Familien unterstützen. Für viele von ihnen ist die KINDERHILFE nicht nur eine materielle Hilfe, sondern ein stabiler Anker im Alltag. Sie hilft Eltern, ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen, und eröffnet Kindern Chancen, die sonst unerreichbar wären.

Aus San José de Guayabal berichtet unsere Mitarbeiterin Sandra Yicel von einer weiterhin schwierigen Situation. Dort haben wir – vor allem dank der finanziellen Unterstützung der Drachenflieger (www.kitefliersmeetingfanoe.de) – vor vielen Jahren eine Schule gebaut und unterstützen die indigene Bevölkerung. Die Menschen sind durch ihre ländliche Lage besonders von Gewalt und bewaffneten Gruppen betroffen. Immer wieder wird versucht, Jugendliche für diese Gruppen zu gewinnen. Unsere Schule und die begleitende Betreuung setzen dem etwas Entscheidendes entgegen: Bildung, Gemeinschaft und eine konkrete Perspektive. Besonders gefreut haben wir uns deshalb über die erneut erfolgreiche Auktion auf Fanø, bei der Drachen versteigert wurden und deren Erlös den Kindern in San José de Guayabal zugutekommt.

Auch personell gibt es erfreuliche Entwicklungen. Nachdem unsere langjährige Mitarbeiterin Omayrain den Ruhestand gegangen ist, hat unser ehemaliges Patenkind Luisa Fernanda in Pasto Verantwortung übernommen. Dieser Übergang läuft sehr gut. Er zeigt auf besonders schöne Weise, wie nachhaltig die KINDERHILFE wirken kann: Aus einem unterstützten Kind wird eine junge Frau, die unterstützt durch ihre Paten ein Lehramtsstudium abschließen konnte und heute selbst Verantwortung übernimmt und anderen Kindern hilft.

Im April feierten die KINDERHILFE-Kinder Ostern. Die Bilder aus dem Casita dos zeigen viel Freude und Lebendigkeit. Gerade vor dem Hintergrund der schwierigen Lebensumstände ist es bewegend zu sehen, wie viel Unbeschwertheit und Gemeinschaft durch Ihre Unterstützung möglich wird.

Ein besonders eindrückliches Beispiel dafür, wie schwer es viele Menschen in Kolumbien haben – und wie wir mit gezielter Unterstützung helfen können –, ist die Geschichte von Maria und ihrer Tochter Sara. Maria stammt aus einer Familie, die vom Müllsammeln lebt: eine harte Arbeit mit langen Tagen, unsicherem Einkommen und kaum Schutz. Als Maria schwanger wurde, distanzierte sich der Vater des Kindes von ihr und ihrer Tochter. Ohne seine Unterstützung geriet Maria in eine äußerst prekäre Lage. Sie musste Sara als kleines Baby mit auf die Müllkippen nehmen; oft schlief das Kind auf Pappkartons, während die Mutter arbeitete oder versuchte, Nahrung zu organisieren.

Das Geld reichte nicht einmal für das Nötigste, und Sara konnte nicht ausreichend und. gesund ernährt werden. In ihrer Verzweiflung wandte sich Maria an unsere Babykrippe – und dank Ihrer Spenden konnten wir helfen.

Besonders ermutigend ist, dass unsere Unterstützung nicht nur Sara zugutekommt. Maria nutzt die Chance, wieder zur Schule zu gehen. Ihr Satz „Ich möchte verhindern, dass meine Tochter das Gleiche erleben muss wie ich“ beschreibt sehr eindrücklich, worum es uns geht: den Kreislauf aus Armut und mangelnder Bildung zu durchbrechen. Maria arbeitet dafür hart: vormittags sammelt sie Müll, nachmittags und abends arbeitet sie regelmäßig in einem Schnellrestaurant. Es ist schön und wichtig, dass wir sie auf diesem Weg begleiten können.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit bleibt die Unterstützung der Kinder. Gleichzeitig wirkt die KINDERHILFE oft darüber hinaus in die Familien und Gemeinschaften hinein. Ein Beispiel ist die Kochgruppe, in der sich alle zwei Wochen rund 15 Frauen treffen, gemeinsam kochen und anschließend Zeit miteinander verbringen – etwa beim Bingo oder Puzzeln. Für viele Frauen sind diese Treffen eine seltene Möglichkeit zum Austausch. Gleichzeitig erhalten sie praktische Anregungen, wie sie auch mit sehr kleinem Budget gesünder für ihre Familien kochen können.

Warum wir jetzt zusätzliche Unterstützung brauchen?

So dankbar wir für das Erreichte sind: Die Arbeit der KINDERHILFE ist nur möglich, wenn wir weiterhin genügend Spenden erhalten. Wir benötigen kurzfristig Einmalspenden, um akute Bedarfe zu decken. Ebenso wichtig sind neue langfristige Spenderinnen und Spender, damit wir unsere Programme verlässlich planen können. Deshalb meine herzliche Bitte: Sprechen Sie in Ihrem Freundes-, Familien- oder Kollegenkreis über die KINDERHILFE. Wenn es nur jedem zehnten unserer treuen Unterstützerinnen und Unterstützer gelänge, eine weitere Person für eine regelmäßige Spende zu gewinnen, wäre uns enorm geholfen.

Was Ihre Spende konkret bewirken kann?

  • 50 Euro im Monat ermöglichen es, ein Kind dauerhaft zu begleiten und ihm Hoffnung auf einen Weg aus bitterer Armut zu geben.
  • 50 Euro als Einmalspende helfen, gesunde Mahlzeiten für Kinder zu finanzieren – oft die Voraussetzung dafür, dass sie sich gut entwickeln und lernen können.
  • 100 Euro als Einmalspende ermöglichen den Kauf von Schulmaterial für rund 20 Kinder.
  • 100 Euro im Monat leisten einen wichtigen Beitrag dazu, unsere Mitarbeiterinnen in Kolumbien zu bezahlen. Sie sind das Rückgrat unserer Arbeit: hoch engagiert, fachlich stark und oft weit über das normale Maß hinaus im Einsatz.
  • Anlassbezogene Spenden – etwa zu Geburtstagen, Jubiläen oder Hochzeiten – sind eine besonders schöne Möglichkeit, Freude zu teilen und zugleich Kindern in Kolumbien zu helfen. Im zweiten Quartal haben wir eine sehr großzügige Spende anlässlich einer Hochzeit erhalten; das Brautpaar hatte statt Geschenken um Spenden für die KINDERHILFE gebeten.

Viele von Ihnen begleiten die KINDERHILFE schon seit langer Zeit und stehen vor allem im Austausch mit Ute Sonntag. Der jüngere Teil unseres Teams übernimmt Schritt für Schritt mehr Aufgaben, um Ute zu entlasten und die Arbeit langfristig fortzuführen. Wenn Sie uns kennenlernen, Fragen stellen oder selbst aktiv werden möchten, schreiben Sie uns sehr gerne an.

  • Vorstand: (neben Ute Sonntag) Christopher Hammel, c_hammel@kinderhilfe-kolumbien.de. Christopher Hammel ist seit vielen Jahren für die KINDERHILFE tätig und hat sie auch persönlich in Popayan unterstützt. Zum ersten Mal war er 2014 in Kolumbien.
  • Spendenbetreuung: Fabian Raschke,  fa_raschke@kinderhilfe-kolumbien.de.

Ich kenne die KINDERHILFE seit Kindestagen, weil schon meine Eltern zahlreiche Patenkinder hatten. Nach Jahren als Pate, engagiere ich mich vor allem im Bereich der Spendenbetreuung und Kommunikation mit unseren Unterstützerinnen und Unterstützern.

Maren ist auch schon über ihre Familie als Kind zur KINDERHILFE gekommen. Sie vertritt die KINDERHILFE in Fanö und hält den Kontakt mit den Drachenfliegern. Die Versteigerung auf Fanö und die Unterstützung durch die Drachenflieger ermöglicht unsere Arbeit San José de Guayabal.

  • Zudem sind wir sehr froh, dass Sabine Tacke unsere Finanzen managt und z.B. jährlich die Spendenquittungen versendet. Zum Team gehören zudem Detlef Hammel, Tom Wendorf und mein Bruder Florens Raschke kümmert sich um unsere Social Media Accounts.

Wir freuen uns sehr, von Ihnen zu hören, wenn Sie Ideen, Rückmeldungen oder Fragen haben. Gerne senden wir auch Informationen bzgl. der KINDERHILFE an Personen aus Ihrem Umfeld, wenn Sie uns einen Hinweis geben.

Jeder gespendete Euro hilft Menschen, die in einem außerordentlich schwierigen Umfeld versuchen, für sich und ihre Kinder eine bessere Zukunft aufzubauen. 

Ihre Spende schenkt nicht nur materielle Hilfe, sondern Hoffnung, Sicherheit und die Chance auf Bildung.

Mit herzlichem Dank für Ihre treue Unterstützung – und für jede weitere Hilfe, die Sie möglich machen,

Fabian Raschke
Spenderbetreuung