Delia Lorena – Erfolg gegen alle Widerstände

Delia Lorena wurde in San Jose del Guayabal geboren. Bis zum Alter von 7 Jahren war das Leben dieses Mädchens einigermaßen ruhig, obwohl die Eltern etliche Bedürfnisse der Familie nicht befriedigen konnten. Jedoch für Delia war es schön, jeden Tag mit ihren Eltern zusammen sein zu können.

Das große Leid des Mädchens begann, als ihre Mutter in Popayan ermordet wurde. Drei Jahre später, als sie gerade 10 Jahre alt war, vertrat ihr Vater bei einem Indigenen Treffen die „Guardia Indigena“ (zivile Wache) und wurde inmitten eines Streits ermordet, als er eingreifen musste. Delia ging dann mit ihrem Onkel nach Mocoa (Putumayo). Als sie 11 Jahre alt war, gab es in dieser Stadt einen gewaltigen Erdrutsch mit einer Überschwemmungskatastrophe. Die Familie des Onkels, bei der sie lebte, überlebte diese Katastrophe. Sie blieb allerdings im absoluten Elend zurück, weshalb eine Tante aus San Jose del Guayabal nach Mocoa fuhr, um Delia zu sich zu holen.

Als sie nach San Jose del Guayabal zurückkehrte, besaß sie nichts mehr außer der Kleidung, die sie an jenem Tag angezogen hatte. Deshalb half ihr die Gemeinschaft dieses Reservates und natürlich auch die Kinderhilfe mit Kleidung, Reinigungsartikeln und allem, was sie in diesem Moment dringend benötigte, auch für den Schulbesuch.

Delia ist immer sehr fleißig in der Schule gewesen, trotz der schwierigen emotionalen Situation, die sie durchmachen musste. Sie sagt, dass ihre Eltern ihre Kraft und Motivation sind, um ihr Bestes zu geben

und voranzukommen. Sie sagt, dass sie sehr viel Respekt, Bewunderung und Dankbarkeit für all die Unterstützung empfände, die man ihr gegeben habe und dass sie eine Ausbildung machen und der Gemeinschaft etwas zurückgeben möchte für all das, was sie bekommen habe.

Delia begann schon seit der zehnten Klasse, sich zu informieren, was sie nach der Schule machen könnte und entschied sich für eine Ausbildung als „Verwaltungsassistentin im Gesundheitswesen“. Danach würde sie auch gerne Betriebswirtschaft studieren.

Die Ausbildung ist nur durch die Unterstützung der Kinderhilfe möglich geworden, denn angesichts der Motivation der Jugendlichen und ihrer guten schulischen Leistungen hat der Verein beschlossen, ihr weiterhin zu helfen. Die finanzielle Situation von Delias Familie kann ihr keine Ausbildung ermöglichen. Damit sie am Unterricht teilnehmen kann, muss Delia – abgesehen von den Semesterkosten und dem Essen, das sie an den Unterrichtstagen benötigt – auch Fahrgeld bezahlen.

Innerhalb ihrer Gemeinschaft gehört sie, wie ihr Vater damals, der „Guardia Indigena“ an, wo sie Gesellschaft hat, mitarbeitet und ein wenig mehr über die Indigenen Gemeinschaften insgesamt lernt. Das hilft ihr als Vorbereitung auf Führungspositionen, wenn sie das Alter und das nötige Wissen hat. Mit viel Elan hilft sie auch mit bei der Betreuung der Vorschulkinder der Schule.

Im vorigen Jahr bekam Delia das Geld für die ICFES Prüfung, um den Abschluss zu bekommen. Dieses

Jahr hat der Verein ihr das erste Semester in der Ausbildung als „Assistentin in der Gesundheitsverwaltung“ bezahlt, und sie hat einen Beitrag erhalten, um jeden Sonnabend die Fahrten nach Popayan bezahlen zu können, damit sie am Unterricht teilnehmen kann. Mit der Unterstützung der Kinderhilfe konnte Delia erfolgreich die Sekundarstufe mit dem Abitur beenden, und jetzt hoffen wir, dass sie mit der ständigen Begleitung des Vereins auch dieses neue Ziel schaffen wird.

Wir sind all jenen riesig dankbar, die es möglich gemacht haben, dass diese Jugendliche weiterhin von einer besseren Zukunft für sich und ihre Familie träumen kann, trotz der großen Schwierigkeiten, mit denen sie Tag für Tag zu kämpfen hat.

Nelcy Lucia Iles Meneses

(Der Bericht wurde aus redaktionellen Gründen sprachlich angepasst)