Mundhygienekampagne in Pasto, Juli 2022

Im März dieses Jahres gab es anlässlich des Besuchs von Christopher Hammel, Vertreter der Kinderhilfe für Kolumbien e.V., eine ganz besondere Veranstaltung.

Es fand ein Treffen mit einer Gruppe ehemaliger Patenkinder des Programms PADRINAZGO statt. Die Veranstaltung war sehr bewegend, voller Anekdoten und Erinnerungen, die die großartige soziale Arbeit der KINDERHILFE deutlich machte. Die ehemaligen Patenkinder hatten einst die Gelegenheit, die wunderbare Hilfe des Vereins zu erfahren, was ihren Lebensweg radikal zum Besseren verändert hat. Sie alle sind erfolgreiche Berufstätige mit den Werten und Prinzipien geworden, die ihnen durch die Philosophie der KINDERHILFE vermittelt wurde. Abgesehen davon, dass sie Lebensgeschichten voller Kämpfe und Leiden erzählten, beobachteten wir mit Freude die Reife und den Mut, mit denen sie es geschafft haben, voranzukommen und das zu werden, was sie heute sind.

Ana Marcela Isandara

Das ehemalige Patenkind Ana Marcela Isandara, das seit ihrer Kindheit von einem Paten unterstützt wurde, hat uns eine große Überraschung bereitet. 2001 konnte Ana Marcela ihren Schulabschluss nachholen und anschließend eine Ausbildung zur Zahntechnikerin absolvieren, die sie 2004 abschloss. Diese Ausbildung ermöglichte es ihr, einen Job anzunehmen und damit ihr Studium der Zahnmedizin zu finanzieren. Mit viel Mühe und Engagement ist sie heute eine erfolgreiche junge Frau, die zusammen mit ihrem Mann eine Zahnklinik betreibt. Sie wird nie vergessen, dass sie ihre heutigen Erfolge der KINDERHILFE für Kolumbien e.V. verdankt.

Aus Dankbarkeit darüber ergriff sie die Initiative und führte mit den Kindern der Niederlassung in Pasto eine Mundhygienekampagne durch. Trotz ihrer vielen beruflichen Verpflichtungen hat sie ihr Versprechen mit viel Verantwortungsgefühl und Ernsthaftigkeit wahrgemacht und sich mit großer Professionalität um unsere Patenkinder gekümmert.

Im Folgenden stellen wir die Kampagne und die wichtigsten Ergebnisse der Aktion vor, die einen Monat lang durchgeführt wurde und bei der die Patenkinder in Gruppen betreut wurden. 

Von links nach rechts: Hansel und sein Bruder Humberto Torres, Melany Ceballos und Sebastián Pinillos

Ablauf der Aktion:

Um eine angemessene Betreuung zu gewährleisten und genügend Zeit für jedes Kind zu haben, bat Ana Marcela darum, dass Gruppen von vier oder fünf Patenkindern zu jedem Termin in die Praxis kommen. So konnten wir sehr professionell arbeiten, was es nicht nur ermöglichte, die Mundhygiene für jeden einzelnen durchzuführen, sondern auch Anleitungen für die richtige Verwendung der Zahnbürste, die Bedeutung von Zahnseide und das richtige Zähneputzen zu vermitteln. Auch die Erkennung vieler verschiedener Zahnprobleme wurde geübt.

Dies waren die Ergebnisse:

25 % der Kinder verfügen über angemessene Mundhygienetechniken und werden dabei von ihren Eltern unterstützt.

75 % der kleinen Kinder (zwischen sieben und zehn Jahren) haben schlechte Hygienepraktiken, die zu einer Ansammlung von bakteriellem Zahnbelag und in einigen Fällen zu Zahnstein führen.

Zahnreinigung bei Oscar Gómez

75% Prozent leiden an einer einfachen Gingivitis in Verbindung mit bakteriellem Zahnbelag, und in drei Fällen wurde festgestellt, dass die Kinder bereits an Parodontitis leiden.

In zwei Fällen wurden Okklusionsstörungen und Zahnfehlstellungen festgestellt. In diesen Fällen hat sich Ana Marcela verpflichtet, den betroffenen Kindern zu helfen.

Der Fall von Yoselin Díaz ist kompliziert und erfordert eine längere Behandlung.

Angesichts der angetroffenen Probleme ist es offensichtlich, dass viele Eltern der Zahnpflege ihrer Kinder wenig Aufmerksamkeit schenken; sie wissen nicht, wie wichtig gutes Zähneputzen und die Verwendung von Zahnseide sind, und sie erkennen weder die schwerwiegenden Folgen für die Mundgesundheit ihrer Kinder, noch für deren allgemeine Gesundheit.

In der Mitte Yoselin Díaz und rechts Diana Díaz.

Eine alternative Lösung für die Zahnärztin besteht darin, die Eltern und die Erwachsenen, die für die Kinder verantwortlich sind, regelmäßig zu betreuen und zu beraten, und sie plant, ab August Aufklärungsgespräche für die Eltern zu organisieren.

Wir sind unendlich dankbar für die Unterstützung und die selbstlose Hilfe dieser Zahnärztin, eines ehemaligen Patenkindes der KINDERHILFE für Kolumbien e.V.

Omayra Villota B. (Sozialarbeiterin – Pasto)

übersetzt von Christopher Hammel