Angebote für Straßenkinder

Nachdem die KINDERHILFE vor mehr als 10 Jahren begonnen hatte, sich um Kinder von Flüchtlingen und Vertriebenen am Rande eines der vielen erbärmlichen Lager von Popayán zu kümmern, entwickelte sich daraus das Casita 2, eine Zweigstelle des Vereins in Popayán. Viele der Kinder sind geblieben und werden jetzt in den gleichen Programmen wie im Haupthaus umfassend betreut. Leider wachsen immer mehr Kinder auf der Straße auf, weil ihre Eltern den ganzen Tag über versuchen müssen, etwas Geld zu verdienen. Diese Kinder hungern, stehlen, betteln und verwahrlosen immer mehr. Die Viertel sind voll mit Gewalt, Drogen- und Alkoholmissbrauch und Prostitution. Die Kinder sind alldem hilflos ausgeliefert, da die Eltern in ihrer hoffnungslosen Lage oft schon resigniert haben.

Seit 2009 bietet die KINDERHILFE im Casita 2 offene Gruppen für die vielen Kinder an, die nicht umfassend betreut werden können. Jeden Samstag gibt es ein gesundes, reichliches Mittagessen an gedeckten Tischen und in gemütlicher Atmosphäre. Inzwischen warten an diesen Tagen über 100 Kinder darauf, in Schichten ihre Mahlzeit serviert zu bekommen. Da viele schon am frühen Morgen kommen, werden sie von einem erwachsenen, studierenden Patenkind beschäftigt und können im Haus spielen.

An mehreren Tagen der Woche gibt es eine Hausaufgaben-Betreuung für die Kinder der Umgebung im Casita, geleitet von einer angehenden Psychologin, weiteren Patenkindern und freiwilligen Helfern aus dem Verein.

An anderen Tagen gibt es Bastel- und Handarbeits-Gruppen für Kinder, Jugendliche und Mütter, die dabei oft die Kenntnisse an die Kinder weitergeben. Geleitet werden diese Gruppen von einer Küchenfrau des Vereins.

Alle 14 Tage treffen sich Kinder und Jugendliche, die Lust haben Theater zu spielen. Die Leitung hat der Ehemann einer anderen Küchenfrau, der etwas für die Hilfe, die seine Familie vom Verein erhalten hat, zurückgeben möchte.

Einmal im Monat steht die nächste Küchenfrau der KINDERHILFE bereit, um allen Bedürftigen kostenlos die Haare zu schneiden. Denn sie hat vom Verein einen entsprechenden Kurs finanziert bekommen.

Ein Angebot, das ganz langsam anlief, aber jetzt besonders großen Zulauf bekommt, ist das gemeinsame Kochen von Müttern aus der Region. Dabei lernen diese Frauen alle 14 Tage Samstagnachmittags, wie man mit günstigen Zutaten ein leckeres und gesundes Essen zubereiten kann und haben, oft zum ersten Mal in ihrem Leben, die Gelegenheit aus ihrem mühseligen Alltag herauszukommen und etwas gemeinsam in einer Gruppe zu machen. Sie bereichern und unterstützen sich gegenseitig und genießen am Ende das gemeinsame Essen.

Es hat sehr lange gedauert bis unsere Mitarbeiterinnen begriffen hatten, was mit „offener Arbeit“ gemeint ist, denn in Kolumbien muss man sich überall erst einmal auf einer Liste eintragen. Aber jetzt sind alle so begeistert von den Möglichkeiten, dass sie selbst weitere Vorschläge machen.

Auch wenn sie und viele Patenkinder und Mütter des Vereins bereitwillig und freiwillig in den Gruppen arbeiten, sind diese doch wegen der großen Anzahl von Kindern und Frauen kostspielig. Wir brauchen auch hier dringend Spenden, damit wenigstens die Kinder satt werden und nicht abgewiesen werden müssen.

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