San José del Guyabal, drittes Quartal 2022

Die KINDERHILFE sorgt in mehreren Gebieten des Landes für das Wohl der Kinder verschiedener Kulturen, darunter jene der Schule von San José del Guayabal. Viele Jahre nach der Überschwemmungskatastrophe von Paez, werden sie von der KINDERHILFE unterstützt, unter schwierigen Umständen und aufgrund unterschiedlicher Notlagen. Die Familien haben kaum finanzielle Mittel, denn sie leben vom Ertrag einiger Kaffeesträucher oder dem Verkauf von Kochbananen, Yuca, Limonen und dem, was ihre Gärten hergeben. Für die meist kinderreichen Familien ist das nie ausreichend. Die Lebensumstände der meisten sind mehr als schlecht. Sie leben überwiegend in Wellblechhütten, in denen es im Winter sehr kalt ist. In der Wirbelsturm-Saison mit starkem Regen werden sie dann anfälliger für Krankheiten, vor allem weil nicht genug Nahrung vorhanden ist. Deshalb konzentriert sich die KINDERHILFE besonders auf die Ernährung der Kinder in der Schule. Dafür finanziert sie monatlich den Kauf von Lebensmitteln, wie Gemüse, Obst und Fleisch. In diesem Quartal zum Beispiel wurde ihnen Mehl gebracht und andere Zutaten für die Bäckerei zur Zubereitung der Zwischenmahlzeiten. Sie backen Kekse, Kuchen, Brot und andere Teigwaren. Diese bekommen die Kinder mit Milchsuppen oder Kakao. Die Kinder macht es sehr glücklich, zur Schule gehen zu können, nicht nur, weil sie hier neue Dinge lernen, sondern weil sie so leckeres Essen bekommen!!! Denn viele von ihnen kommen in die Schule, ohne auch nur ein trockenes Stück Brot oder ein Getränk zu sich genommen zu haben. All das gibt es leider bei ihnen zuhause nicht. Die Eltern haben nicht das Geld, um ihnen täglich ein Frühstück bereiten zu können. Für sie ist es beruhigend zu wissen, dass die Kinder in der Schule regelmäßige Mahlzeiten einnehmen. Die übrigen Familienmitglieder bekommen täglich nur einen Teller Suppe aus Kochbananen aus eigenem Anbau. Vor allem die vom Staat vergessenen Indigenen Gemeinschaften schätzen die Schule und die KINDERHILFE sehr, weil sie sie bedingungslos unterstützt. Es ist großartig, die freudigen Gesichter zu sehen, wenn das Mittagessen serviert wird, mit Hähnchen oder anderem Fleisch, Dingen, die es zuhause nur ganz selten gibt.
Ein Lehrer, der von der KINDERHILFE bezahlt wird, hilft den Kindern der verschiedenen Grundschulklassen, indem er Nachhilfe in Mathematik, Lesen und Schreiben gibt. Er bietet ihnen auch unterschiedliche Aktivitäten an, damit sie auch andere Themen lernen, die sie für ihre Zukunft brauchen. Sie lernen vor allem, ihre Kultur zu lieben und zu achten und mit ihr die sie umgebende Natur. Neben dem Schulunterricht gibt es auch andere Angebote, wie Malen, Zeichnen oder die Arbeit im Schulgarten. Die Kinder werden in ihrer Gesamtentwicklung gestärkt und ihre verschiedenen Begabungen gefördert. Einige sind musikalisch und spielen Instrumente, andere machen Handarbeiten und wieder andere betätigen sich künstlerisch. Am meisten lieben alle die Landarbeit, ihre einheimischen Bräuche und Wurzeln, die sie so besonders machen in diesem chaotischen Land voller sozialer Probleme. In diesem Quartal gäbe es einige interessante Aktionen: Backen Weil die Küchenfrau aus Popayán Anregungen zum Kuchen- und Keksebacken bekommen hatte, war sie motiviert, dasselbe in der Schule zu machen. Sie probierte einige Rezepte mit den Kindern selbst aus, damit sie dieses nicht verlernten.
Dünger herstellen Für chemiefreien Dünger sammeln die Kinder Kuhfladen, Kaffeeschalen und allen Küchenabfall. Das alles wird gewogen und in gleiche Mengen aufgeteilt und gemischt. Diese Mischung wird eine Woche lang täglich bewegt. Wenn sie völlig aufgelöst ist, wird sie zu den Pflanzen gegeben. Es ist uns wichtig, Ressourcen der Natur zu nutzen anstatt zu teuren chemischen Düngemitteln zu greifen. In dieser Region ist die soziale Situation etwas weniger angespannt, obwohl in den ländlichen Gegenden verschiedene illegale Gruppen präsent sind, wie Guerillas und Kriminelle. Zum Glück greifen diese die Gemeinschaften nicht an oder gefährden die öffentliche Ordnung und Sicherheit dort. Die Jugendlichen und Erwachsenen müssen trotzdem besonders aufpassen und vermeiden es, abends hinauszugehen. Sie sind sehr vorsichtig und beschränken ihr Leben vor allem auf die Familie und ihre Arbeit auf den Feldern. Nur so können sie schlimme Situationen vermeiden, denn viele Menschen, die die Befehle und Regeln dieser Gruppen nicht befolgt haben, sind umgebracht, zwangsrekrutiert oder entführt  worden. Schwierig und kompliziert aber ist im Moment vor allem die Erreichbarkeit der Gemeinschaft, denn die Wege sind in schlechtem Zustand. Das macht es einigen Transportmitteln unmöglich, sie zu befahren, besonders jetzt, da wir Winter haben und der Regen die Straßen noch mehr ruiniert. Die meisten vermeiden hierher zu kommen, denn Autos oder Motorräder geraten schnell ins Schleudern, und die Reparaturen sind außerordentlich teuer. Die Gemeinschaften veranstalten deshalb „Mingas”, freiwilliges gemeinsames Arbeiten, um einige Teile der Landstraße selbst zu reparieren, denn der Staat ist hier völlig untätig. Probleme, die die Landbevölkerung und Indigenen betreffen, werden nicht zur Kenntnis genommen. Die Menschen hier brauchen jedoch diese Wege um ihre Ernte zu verkaufen oder Nahrungsmittel nach Hause bringen zu können.
Die Gemeinschaft von San José del Guayabal sagt einmal mehr unendlichen Dank für all die Liebe und Hilfe, die sie für ihre bedürftigen Kinder bekommt, damit sie sich eine bessere Zukunft aufbauen können. Wir bedanken uns dafür, dass SIE uns immer bei der positiven Entwicklung der Gemeinschaft begleiten. Sandra Yicel Medina Sanchez