San José del Guayabal: viertes Quartal 2022

Das Jahr 2022 ist ein Jahr der guten Vorsätze gewesen, denn alle haben kämpfen müssen, um zur Normalität nach der langen Pandemie zurückzukehren. Diese hat zweifellos die Familien für immer finanziell und emotional geschädigt.

Auf dem Lande ist das Leben immer noch schwieriger, weil die einzige Arbeitsmöglichkeit darin besteht, das Land zu bestellen. Damit kann man aber nicht genug verdienen, um ein geregeltes Leben zu führen, und dies jetzt noch viel weniger, wo die Lebenshaltungskosten so sehr gestiegen sind. Täglich steigen die Preise für Lebensmittel weiter, viele haben den Preis von vor zwei Jahren schon verdoppelt, und die Einkünfte der Haushalte sind fast dieselben geblieben. Deshalb wird es schwer, Zugang zu guten Nahrungsmitteln zu bekommen und den grundlegenden Dingen, die man für ein gesundes Leben benötigt. Aber die Gemeinschaft bemüht sich, jeden Tag stärker zu werden und hat den Willen, voranzukommen, denn die Menschen sind sehr fleißig und arbeitsam. Sie schaffen es, ihre Grundbedürfnisse befriedigen zu können und kämpfen weiter, um ihre Ziele und Träume zu erfüllen. Wir bewundern ihre Kreativität, ihre Tatkraft und Haltung, die sie angesichts aller Probleme zeigen, denen sie sich stellen und die sie mit der ganzen Gemeinschaft zusammen zu lösen versuchen. Und im Laufe der Jahre werden sie bei ihren Kinder Spuren hinterlassen, ohne das Besondere ihrer Kultur zu verlieren, denn ihre Kinder haben das Vermächtnis, die Liebe zu ihrem Boden und ihrer Gemeinschaft zu bewahren. Sie sind zweifellos ein Vorbild für die ländliche Gegend in Bezug auf die Einheit, das Selbstwertgefühl und Werte.

Die Kinderhilfe unterstützt weiterhin alle Bereiche der Ernährung, was für eine gute Entwicklung der Kinder besonders wichtig ist, und alles was die Schule benötigt, so weit es dem Verein möglich ist. Sie hat auch zur Verschönerung und Renovierung der Schule beigetragen, damit diese mit den Jahren nicht verfällt, denn sie ist der Ort der Entwicklung und Inspiration, wo die Kinder sich entfalten und ihre schulischen Aktivitäten gut abwickeln können, wobei sie ihre Begabungen und Fertigkeiten potenzieren.

Man muss unbedingt erwähnen, dass das Ambiente der Kinder in der Gemeinschaft für sie lebensbestimmend ist, denn sie können auf dem freien Feld leben, wo sie rennen, spielen, lachen können, ohne jegliche Beschränkung. Auch betätigen sie sich in typischen Aktivitäten ihrer Kultur, wie der Landwirtschaft. Das Säen, Pflanzen und Heranwachsensehen der Pflanzen kennen die Kinder schon seit ihrer frühen Kindheit und helfen auch schon dabei. So bekommen sie klare und deutliche Vorstellungen von ihrem Umfeld und ihrer Kultur, und damit haben sie mehr Wissen und Privilegien als die Kinder in den Städten jemals haben werden. Einen Gemüsegarten zu haben, zu sehen, wie Kräuter und Gemüse heranwachsen, ist für Kinder sehr bereichernd, besonders, wenn sie die Erde mit ihren Händen bearbeiten und jeder Pflanze viel Liebe und Sorgfalt schenken. Dabei lernen sie gleichzeitig, die Arbeit ihrer Eltern schätzen, denn die ist körperlich sehr ermüdend und anstrengend. Aber die Eltern strengen sich auch an, um sie voranzubringen.

Und wir müssen auch die Arbeit des Lehrers hervorheben, den die Kinderhilfe in der Gemeinschaft bezahlt. Dieser legt viel Wert auf den Lehrstoff und die Nachhilfe in wichtigen Fächern für die Kinder, aber er hat auch eingeführt, dass sie andere Beschäftigungen bekommen, wie in der Landwirtschaft, der Musik und dem Malen. Er leitet sie sehr gut an, gibt ihnen Zuwendung und Vertrauen, damit sie beruhigt sein können und die Schule als ihr zweites Zuhause ansehen.

Auch seinetwegen denken die Leute, es gäbe für sie eine Möglichkeit, den Schulabschluß zu schaffen und weiter von einer Ausbildung zu träumen, mit der man dann ein weiteres Studium vielleicht finanzieren könnte. Genau solche Traumtänze haben sich von den ganz kleinen Kindern an in der Schule entwickelt, denn sie haben gesehen, wie andere es dort geschafft haben, die jetzt eine höhere Ausbildung machen können. Sie sehen: „es ist Deine Zukunft, streng Dich jeden Tag an“ und haben Träume und Ziele, an denen sie arbeiten.

Auch in diesem Jahr haben wir hier wieder einen Jugendlichen, der den Abschluss der Sekundarstufe geschafft hat. Er heißt Daniel und ist, seit er 5 Jahre alt wurde, in der Schule gewesen. Er ist sehr aktiv, hilfsbereit und mit Begeisterung in der Gemeinschaft tätig, wo er tonangebend ist. Als Sohn einer alleinerziehenden Mutter, die ihre Kinder allein aufziehen musste, zeigte er immer viel Selbstbewusstsein, und mit Hilfe seines Vaters bei den Arbeiten konnte er das Ziel, den Schulabschluss zu schaffen, erreichen. Auch gehört er der Guardia Indigena (unbewaffnete Wache der Indigenen) an und war in seiner Kindheit schon Schulsprecher.

Als Kind lernte er Freundschaftsbänder und Ketten aus Obstkernen zu knüpfen, und damit verdiente er sich das Geld, um Kleidung, Hygieneartikel oder was er brauchte, zu kaufen. Er ist sehr tüchtig. Dieser Jugendliche möchte eine Ausbildung machen und weiterkommen. Deshalb wäre es gut, ihm zu helfen, wie wir es bei anderen Jugendlichen getan haben. Obwohl seine Eltern beide arbeitsam sind, haben sie noch andere Kinder, die sie ernähren müssen und nicht genug Geld, um dem Jungen die Ausbildung in der Stadt zu bezahlen, die recht teuer ist, denn es sind nicht nur die Kosten für die Universität zu zahlen, sondern der Aufenthalt in der Stadt verlangt eine Unterkunft, Ernährung und Fahrgeld. Alles ist sehr teuer und von den Eltern nicht zu tragen. Unbedingt müssen wir die positiven Eigenschaften dieses Jugendlichen hervorheben, der Träume und Ziele hat und dafür Hilfe braucht. Außerdem ist er ein Vorbild und für seine Gemeinschaft sehr wertvoll.

Am Ende des Schuljahres 2022 nahm die Kinderhilfe an der Abschlussfeier der Grundschule teil und brachte Freude mit. Auch brachten wir ihnen das traditionelle Weihnachtsessen mit und ein Weihnachtsgeschenk für alle Kinder der Schule. Für jenen Tag hatte die ganze Gemeinschaft mit den Lehrern ein kulturelles Angebot vorbereitet, und es wurden auch die Kinder der fünften Klasse feierlich entlassen. Alles war sehr schön und harmonisch, und immer wieder wurde die Anteilnahme und Unterstützung der Kinderhilfe seit dem Beginn der Gemeinschaft dort, hervorgehoben.

Es sind viele Wohltaten, die die Gemeinschaft von der Kinderhilfe erhält. Dafür zeigen sie sich immer dankbar, denn durch IHRE Hilfe wird es möglich, die Kinder glücklicher zu machen und ihnen bessere Bildungschancen und für ein gesundes Aufwachsen zu geben, also bessere Chancen für die Zukunft.

Sandra Yicel Medina Sanchez