Spenden-Programme des Casa Ursula

Bericht über außerordentliche Spenden. Jahresende 2021. Casa Ursula und Casita 2

Aus Unwissenheit wird bei der Ernährung unserer Kinder Quantität mit Qualität verwechselt, es herrscht der Glaube, dass ein dickes Kind auch ein gesundes Kind sei. Diese irrige Ansicht führt in unserem Land dazu, dass wir unsere Jungen und Mädchen falsch ernähren und sie nicht gesund aufwachsen lassen.

Dank der KINDERHILFE und der Spenden und Hilfen aus Deutschland konnten wir nicht nur in unseren Häusern der KINDERHILFE die Kinder altersentsprechend ernähren, sondern auch die Nahrungsmittel in den Familien ergänzen. Dazu haben wir auch die Eltern beraten, wie sie, inmitten all der Not, zuhause für eine möglichst gute Ernährung ihrer Kinder sorgen können.

Die KINDERHILFE stillt auch die Not der bedürftigsten Babys, der Jungen und Mädchen, die an Unterernährung leiden, sowohl unter Immigranten als auch unter der hiesigen Bevölkerung. Die Politik lässt sie im Stich und das Elend setzt sich in den Generationen fort, am schlimmsten leiden die Kinder unter schlechten Sitten, dem Chaos und der Fehlentwicklung.

Aus den Mitteln der Spenden konnten wir Lebensmittel vom Markt kaufen wie Trauben, Bananen, Orangen, Papayas, Mangos, Granadilla, Bohnen, Kürbis, Karotten, Mangold und Spinat. Dazu konnten wir Breimischungen aus natürlichen Zutaten wie Getreide, Kochbananen, Weizen und Quinoa einkaufen, außerdem Eier und Milch.

Die Babynahrung in Pulverform können unsere Familien sich nicht leisten, und die Mütter sind selbst mangelernährt und haben zu wenig Milch für ihre Säuglinge. Manche stillen gar nicht mehr, aber sie haben kein Geld, um säuglingsgerechte Nahrung zu kaufen, und so bekommen die Kleinsten die billigsten Lebensmittel voll Gluten oder Auszugsmehl, um nur den Hunger zu stillen. Viele der Babys bekommen Mehlsuppen, um den Magen zu füllen, aber die kleinen Körper vertragen diese Nahrung gar nicht.

Daher kommen viele der Kinder schon mit Allergien und Unverträglichkeiten zu uns. Sie haben Verdauungsprobleme, Hautkrankheiten, Lungenprobleme und Windeldermatitis, um nur einiges zu nennen. Diese Kinder nach der langen Quarantäne wieder aufzupäppeln war eine große Aufgabe. Wir haben daher für die Babys die entsprechende Nahrung gekauft, um die Mägen der Kleinen wieder zu beruhigen und ihre Genesung einzuleiten. Diese Nahrung konnten wir auch den Familien nach Hause senden, dank der Sonderspenden konnten wir dort die ärgste Not in dieser Zeit lindern.

Die Lage der Immigranten ist hochgradig verzweifelt: Sie haben kein Dach über dem Kopf, keinen Platz zum Schlafen, von einer regelmäßigen Arbeit ganz zu schweigen. Sie kennen die hiesige Kultur nicht, die Art zu arbeiten; sie werden abgelehnt und zurückgewiesen, und sie sind total erschöpft von der ewigen Suche, die auch die Kinder mitmachen müssen. In der KINDERHILFE finden sie eine Zuflucht, nicht nur, weil die Kinder unter der Woche hier ernährt werden können, sondern auch am Wochenende können sie herkommen und eine Mahlzeit bekommen. Wir haben sie auch bei der Ernährungsberatung und den kinderärztlichen Kontrollen begleitet, denn die Kleinen sind schon so stark unterernährt, dass sie an Größe und Gewicht weit hinter ihrem Alter liegen, aber noch schlimmer ist, dass sie schon zu schwach sind, um zu spielen, sich zu bewegen und selbst die Kontaktaufnahme ist oft nicht mehr möglich.

Es gibt noch weitere Probleme, die unsere Aufmerksamkeit fordern: Es sind z.B. Frauen, die von jetzt auf gleich ihre Umgebung verlassen müssen, weil Konflikte eskalieren und sie nur ihre Kinder nehmen und flüchten. Sie müssen eine Unterkunft mieten, haben aber kein eigenes Geld. Hier hilft die KINDERHILFE, wie im Fall einer Mutter mit ihren drei Kindern, die dringend eine Unterkunft brauchte und der wir die erste Miete zahlen konnten. Diese Frau konnte wegen der Ereignisse in ihrer Kindheit und Jugend nicht zu ihrer Familie zurückgehen, sie hatte niemanden, der sie verstand, denn sie verhielt sich unter Stress unberechenbar und grob. Sie hatte nicht die Kraft, ihre Kinder konsequent zu erziehen, konnte ihre Gefühle nicht zeigen oder ausdrücken, denn ihre Kindheit war geprägt von Einsamkeit, Angst und Verletzlichkeit. Erst in der KINDERHILFE fand sie Sicherheit, konnte endlich ihre Tränen zulassen und allmählich Vertrauen fassen.

Auch eine andere Mutter wurde während des Jahres 2021 von Problemen gebeutelt, diese waren familiärer, finanzieller und gesundheitlicher Natur, auch sie musste überstürzt das Haus ihrer Mutter verlassen, weil ihre Kinder dort misshandelt wurden. Die Zustände wurden unhaltbar, ihre Arbeit brachte auch nicht mehr genug Geld ein, weil die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Land immer mehr Ungerechtigkeit erzeugt und so ging ihre Haupteinnahmequelle verloren. Sie konnte sich aber an die KINDERHILFE wenden, und wir konnten ihr Lebensmittel kaufen, mit denen sie ihre frittierten Snacks herstellen und wieder verkaufen konnte. Sie hat auch Lebensmittel für die eigene Ernährung bekommen, als sie bettlägerig war; die bessere Ernährung hat auch dazu beigetragen, dass ihre Tochter einige Unverträglichkeiten bei Nahrungsmitteln abbauen konnte.

Immer wieder geraten junge Frauen und Mütter in den Teufelskreis, den schon ihre Mütter erlebt haben. Sie hoffen auf einen liebenden Ernährer, finden aber nur Männer, die ebenfalls mit Misshandlung und Demütigung aufgewachsen sind. Ihre Kinder wachsen in dysfunktionalen Familien auf, erleiden Not und Schmerzen. Aber die Mütter versuchen verzweifelt, die Illusion einer Familie aufrecht zu erhalten in dieser traurigen Umgebung, obwohl schon die Babys alle Anzeichen von Krankheit und Unterernährung zeigen.

Dank der Fürsorge und Liebe, die die KINDERHILFE bietet, dank der Einführung in Hygiene und Pflege für die Mütter konnten sich diese Kinder erholen. Die Mütter haben gelernt, Verantwortung zu übernehmen und auf sich und ihre Kinder besser zu achten.

All dies ist möglich geworden durch die Spenden, durch die Großzügigkeit der Paten und durch die aufmerksame Beobachtung der extremen Not der kolumbianischen Bevölkerung. Dank Ihrer Hilfe beginnen die Kinder wieder zu lächeln, sie wachsen gesund auf und ihre Tränen haben sich gewandelt in Freude und Sicherheit, auch für ihre Eltern. Vielen Dank den Spendern dieses Fonds, der ganzen Familien Schutz und Frieden gibt.

Mögen Ihre Familie und Ihr Heim immer gesegnet sein!

Erstellt von Yaneth Rocío Rivera Pantoja, übersetzt von Anette Bauer